Deutschland: Pilgern und beten statt löschen und retten in Loppenhausen
Loppenhausen (Deutschland): Bei der Feuerwehr in Loppenhausen brodelt es. „Pilgern und beten statt löschen und retten“ – so steht es auf einem Plakat, das seit einigen Tagen am Feuerwehrhaus hängt. Der Hintergrund:
Weil die Gemeinde Breitenbrunn 60 000 Euro für den Jakobsweg ausgibt und 25.000 Euro in die Sanierung der Kirche investiert, nichts aber für die Feuerwehr, hängt der Haussegen schief. Die Feuerwehr Loppenhausen hatte die Gemeinde vergeblich darum gebeten, das 27 Jahre alte Löschfahrzeug zu ersetzen.
Das Feuerwehrhaus selbst stand jetzt im Juli 2011 über mehrere Tage hinweg leer, weil der Ford aus dem Jahr 1984 wegen eines technischen Defekts nicht eingesetzt werden konnte. Ersatzteile sind für dieses Modell nur noch schwer aufzutreiben, wie die MZ erfahren hat. Das Einsatzfahrzeug musste in der Werkstatt repariert werden. Die Feuerwehr Loppenhausen, die 34 Ehrenamtliche zählt, hatte sich nicht anders zu helfen gewusst, als ihre Hilfsdienste beim Kreisbrandrat mit den zwei Worten „nicht einsatzbereit“ abzumelden. Nach MZ-Informationen haben der Kommandant, ein Gerätewart und mehrere Gruppenführer aus Verärgerung über die Gemeinde sogar mit Rücktritt gedroht. Kommandant Jörg Viehweger will öffentlich aber nicht Stellung nehmen.
Auch Bürgermeister Alfons Biber war nicht danach, den Fall in der Zeitung auszubreiten. Es sei der normalste Fall, wenn ein Fahrzeug nicht einsatzfähig ist, dass es in einer Werkstatt repariert werde. Seit Dienstag sei das Fahrzeug wieder einsatzbereit, so Biber. Der Bürgermeister sagte, in der Gemeinde Breitenbrunn gebe es drei Feuerwehren, und zwar in Bedernau, Breitenbrunn und Loppenhausen. Alle würden gleich bedient. „Wir wissen, dass wir hier in der Pflicht sind“, sagte der Bürgermeister. Er gab aber auch zu bedenken, dass die Feuerwehrfahrzeuge heute immer mehr leisten müssten. Und das sei teuer.
Bürgermeister Biber weist auf das generelle Problem hin, vor dem die Gemeinden stehen. Jeder Verein habe besondere Anliegen. Der Sportverein, der Schützenverein und eben auch die Feuerwehren. Allen könne nicht immer sofort genüge getan werden.
Aus der Feuerwehr wiederum ist der Vorwurf zu hören, bei der Gemeinde Breitenbrunn werde nicht verstanden, dass die Feuerwehr kein Zusammenschluss irgendwie Gleichgesinnter sei, die einem Hobby frönten. Die Feuerwehren seien kommunale Einrichtungen. Mit großem Engagement und Können kämen die Feuerwehrleute in Loppenhausen ihrer Aufgabe nach.
Das erkennt auch Bürgermeister Biber an. „Ich bin sehr dankbar, dass sich die Feuerwehr Loppenhausen auch der B16 annimmt“. Dort kommt es immer wieder zu Unfällen, bei denen eine intakte und gut ausgebildete Feuerwehr lebensrettend sein kann.
