Mix

Sbg: Feuerwehren bei Atomkatastrophe gerüstet?

Salzburg: Die atomare Katastrophe in Japan war auch bei der Tagung der Strahlenspezialisten der Österreichischen Feuerwehren in Salzburg ein wichtiges Thema. Vor allem die Ausbildungspläne und Alarmierungsrichtlinien wurden heftig diskutiert.

Einsätze für Feuerwehrleute sind vielfältig
Unfälle in Atomkraftwerken, Unfälle mit Gefahrengut im Straßen- oder Eisenbahnverkehr, Zwischenfälle in Krankenhäusern, in Labors – die Einsätze für Feuerwehrleute können vielfältig sein. Auch wenn es in Österreich kein Akw gibt, die heimischen Feuerwehren sehen sich für einen mögliche Atomunfall in einem unserer Nachbarländer gerüstet. „Wenn es ein klassischer Strahlenunfall auf der Straße ist, werden wir entsprechende Schutzzonen einrichten, damit niemand einer unnötigen Strahlengefahr ausgesetzt wird. Ist es ein großes Ereignis, wie derzeit in Japan, werden wir im Auftrag der Behörde entsprechende Maßnahmen setzen“, sagt Wolfgang Aspöck, Chef des Strahlenschutzes im Bundesfeuerwehrverband.

Zusammenarbeit vieler Einsatzkräfte
Nach Zwischenfällen mit atomarem Material werden neben den Feuerwehren auch die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) und die Strahlenspürer der Polizei in die Maßnahmen eingebunden, sagt Anton Plank von der Strahlenschutzabteilung der Tiroler Feuerwehr. „Sollte irgendwo ein Ereignis sein, bei dem radioaktive Materialien im Spiel sind, dann kommt die Exekutive genau so als Interventionspersonal zum Einsatz“, so Plank.

Europäische Akw wieder mehr im Mittelpunkt
Durchschnittlich sind etwa zehn Prozent der österreichweit rund 340.000 Feuerwehrmänner Spezialisten für Strahlenschutz. Nach der Atomkatastrophe in Japan sind die grenznahen Akw noch stärker im Mittelpunkt der Gefahrenanalysen. Franz Primik Chef des Strahlenschutzes vom Landesfeuerwerkommandos Kärnten sagt dazu: „Die Bedrohungsszenarien sind ja jetzt etwas geändert worden. Wir müssen unsere Einsatzfahrten genauso machen, wie bisher. Nur die Bedrohung könnte eine höhere sein.“

Interesse an Strahlenschutzausbildung groß
440 Strahlenschutzspezialisten gibt es im Bundesland Salzburg. An 13 Orten sind Spürstützpunkte eingerichtet, verteilt über die Bezirke und es gibt immer wieder Einsätze, sagt Karl Paul, Fachbereichsleiter für Strahlenschutz im Salzburger Landesfeuerwehrkommando.
„Es sind Gott sei Dank immer Dinge gewesen, die sich dann nicht bewahrheitet haben, aber wir müssen natürlich für alles gerüstet sein“, so Karl Paul.
Die Ausrüstung für der Strahlenschützer wird nun trotzdem modernisiert. Sonden, Meßgeräte und Schutzbekleidung werden erneuert – um etwa 200.000 Euro. Und das Interesse für den Strahlenschutz ist groß, denn im aktuellen Grundkurs der Landesfeuerwehrschule sind 30 Teilnehmer, im Aufbaulehrgang Mitte April 2011 gleich 50 Anmeldungen.

ORF Salzburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert