Japan: Brand in Atomanlage nach verheerendem Beben mit Stärke 8.9
Japan: Japan ist am Morgen des 11. März 2011 vom schwersten jemals dort gemessenen Erdbeben erschüttert und anschließend von einem Tsunami heimgesucht worden. Durch das Beben der Stärke 8,8 bis 8,9 und die anschließende etwa zehn Meter hohe Flutwelle wurden laut Medienberichten mindestens 40 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.
Weitere 39 würden vermisst, teilte die Polizei mit. In einer Atomanlage im Nordosten des Landes brach Feuer aus. Der Brandherd befinde sich in einem Turbinengebäude des Kraftwerks von Onagawa, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.
Mehrere Menschen wurden durch einstürzende Mauern und Dächer erschlagen, berichteten japanische Medien. Auch drei Bewohner von Tokio starben. Mehrere Menschen wurden vermisst. Die Polizei konnte zunächst keine genauen Angaben zur Opferzahl machen. „Die Schäden sind so enorm, dass wir mehr Zeit brauchen, um die Informationen zusammenzutragen“, sagte ein Polizeisprecher. Durch das Beben wurden auch zahlreiche Menschen verletzt. In Tokio stürzte das Dach eines Konferenzzentrums ein, in dem etwa 600 Studenten an einer Zeremonie teilnahmen, wie die Feuerwehr mitteilte. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.
In einer Atomanlage im Nordosten des Landes brach ein Feuer aus. Der Brandherd befinde sich in einem Turbinengebäude des Atomkraftwerks von Onagawa in der Präfektur Miyagi, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die Behörden versicherten, dass weder dort noch aus den anderen Atomanlagen des Landes radioaktives Material ausgetreten sei. Ein weiterer Brand wurde aus einer Ölraffinierie in der Stadt Iichihara im Großraum Tokio gemeldet. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, vier Atomkraftwerke in der Nähe des Erdbebengebietes seien aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden.
Der japanische Sender NHK sowie andere Medien berichten überdies, dass ein Schiff mit etwa hundert Menschen an Bord von einem Tsunami fortgetragen wurde. Das Schiff gehöre einem Schiffsbauer im Hafen von Ishinomaki, teilte die Polizei nach Angaben der Medien mit. Das Schicksal der Menschen an Bord sei unklar.
Nach dem Beben gaben die japanischen Behörden eine Tsunami-Warnung aus. Eine zehn Meter hohe Flutwelle erreichte laut Medienberichten die japanische Hafenstadt Sendai. Fernsehbilder zeigen, wie an der Ostküste des Landes Autos und Schiffe von den Wassermassen mitgerissen wurden. Das US-Tsunamiwarnzentrum dehnte seine Tsunami-Warnung auf praktisch alle Küstengebiete am Pazifik aus. Dies gelte auch für Australien und Südamerika. Auch Neuseeland und Indonesien gaben eine Tsunami-Warnung aus.
Der US-Bundesstaat Hawaii leitete Evakuierungsmaßnahmen ein. „Wir haben etwa vier Stunden, um die Küste zu räumen“, sagte John Cummings vom Katastrophenschutzamt in der hawaiianischen Hauptstadt Honolulu. Die Behörden organisierten Busse, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Im US-Pazifikterritorium Guam wurde ebenfalls die Küste evakuiert.
Auch auf den Philippinen wurden die Menschen aufgefordert, sich „weiter ins Landesinnere“ zu begeben. Vor allem Menschen, die nahe der Pazifikküste lebten, werde „dringend geraten“, die inneren Landesteile aufzusuchen, teilte der nationale Rat zu Risikoreduzierung mit.
Das Beben ereignete sich am Nachmittag Ortszeit etwa 382 Kilometer nordöstlich von Tokio, das Epizentrum lag vor der Küste des Landes. Die Region wurde auch von einem schweren Nachbeben erschüttert.
In weiten Teilen des Landes wurde der Flug- und Zugverkehr eingestellt, so auch am Hauptstadtflughafen Narita. In Tokio wurde auch der U-Bahn-Verkehr eingestellt.
