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D: Gutachter behaupten: Feuerwehr Krailling hat zu viele Fahrzeuge

Krailling (Deutschland): Die geplante Zweiteilung der Feuerwehr-Standorte ist in Krailling heftig umstritten. Von der BIK beauftragte Gutachter gießen neues Öl ins Feuer.

Sind die Anforderungen der Kraillinger Feuerwehr im Hinblick auf Bau und Ausstattung eines neuen Gerätehauses überzogen? „Die hochgeschraubten Erwartungen sind nicht berechtigt“, sagt Werner Engl, Gemeinderat (Grüne) und stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative Krailling zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität (BIK). Er sieht sich durch ein neues Gutachten bestätigt, das das Ingenieurbüro für Brandschutztechnik und Gefahrenabwehrplanung aus Heilsbronn im Auftrag der BIK erstellt hat. Dieses kommt in seiner Bedarfsanalyse zu dem Ergebnis, das die Feuerwehr Krailling lediglich drei bereits vorhandene Fahrzeuge benötigt, um ihrem gesetzlichen Auftrag nachzukommen. „Das derzeit vorgehaltene Löschgruppenfahrzeug LF 8 und der Feuerwehranhänger Typ FwA-Lima sind … nicht erforderlich. Dies gilt auch für die in der Beschaffung befindliche Hubarbeitsbühne und den Gerätewagen Logistik“, so das Urteil der Sachverständigen. Damit steht für Engl fest, dass die Gemeinde ihre derzeitige Planung, die sechs Stellplätze für Einsatzfahrzeuge an zwei Standorten vorsieht, neu überdenken muss. „Alles andere hieße, das Geld der Bürger herausschmeißen.“

Eigentlich ist die Ertüchtigung und Erweiterung des bestehenden Feuerwehrgerätehauses bereits beschlossene Sache. Im Februar hatte der Gemeinderat die Planung mit einem Kostenrahmen von 497.000 Euro abgesegnet – gegen die Stimmen von FBK, FDP, SPD und Grüne; zeitnah soll außerdem der Bau eines neuen Gerätehauses beim Bauhofgelände angegangen werden. Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass die geplante Erweiterung „nicht zukunftsfähig“ ist. Zwar erreiche man eine gewisse Verbesserung der Stellplatzsituation für Feuerwehrfahrzeuge, doch werde mit einer Durchfahrtshöhe von 3,50 Meter der derzeitige Standard (4 Meter) deutlich unterschritten. Dies sei vor allem deshalb bedenklich, da 2013 eine neue Abgasnorm für Nutzfahrzeuge eingeführt werden soll. Die technische Folge: größere Fahrzeughöhen, die bei zirka 3,50 Meter liegen dürften.

Die Aufteilung der Einsatzfahrzeuge auf zwei Standorte wird im Gutachten kritisch gesehen, sie sei „weder notwendig noch aus feuerwehrtaktischer Sicht sinnvoll“. Die Errichtung eines Schlauchturms beziehungsweise eines Schlauchlagers wird als nicht wirtschaftlich bezeichnet, jedenfalls nicht bei einer Feuerwehr in der Größenordnung Kraillings. Diese könne kostengünstiger auf Anlagen benachbarter Feuerwehren ausweichen.

Engl sieht mit dem Gutachten der bisherigen Planung die Basis entzogen und spricht von Wunschvorstellungen der Feuerwehr. „Es ist schlimm genug, dass die Bürgerinitiative ein solches Gutachten anstoßen und aus eigenen Mitteln tragen muss.“ Auf Antrag von FDP, FBK, SPD und Grünen wird das Gutachten am Dienstag, 15. März 2011, im Kraillinger Gemeinderat behandelt.

Merkur Online

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