Ktn: Feuerwehr und Bundesheer kämpfen gegen Eisschole am Klopeiner See
Kärnten: Seit Donnerstagfrüh, 3. März 2011, ist das Bundesheer mit 60 Pionieren im Katastropheneinsatz am Klopeiner See. Es gilt, den riesige Eisstau, der die Stege bedroht, zu beseitigen. Der See ist 110 Hektar groß, die Eisfläche misst rund 85 Hektar.
Zwei Hektar hat die Feuerwehr in den letzten Tagen bereits mit einem Eisbrecher bewältigt. Das Boot soll die riesige, 85 Hektar große Eisfläche, die fast den gesamten See bedeckt, in große Teile brechen.
40 Mann der Feuerwehr am Ufer
Gerfried Bürger, der mit dem Eisbrecher im Einsatz ist, schilderte: „Auf Grund des 20 Zentimeter dicken Kerneis müssen wir direkt mit dem Bug einfahren um das Eis aufzubrechen und um damit den Druck von den Stegen zu nehmen.“ Am Ufer versuchen 40 Mann der Feuerwehr die Schollenteile weiter zu zerkleinern, erklärte Manfred Drobesch von der Feuerwehr Völkermarkt: „Wir haben jetzt eine Wasserversorgung aufgebaut, um Warmwasser vom Ufer dem Eis entgegen zu setzen. Es gelingt uns im Moment, die Eisplatte zu halten, leider ist uns der Wind nicht gut gesinnt.“ Der böige Wind mit Stärken bis zu 30 Kilometer pro Stunde ist momentan das größte Problem für die Stege am Nord- und Westufer. Bürger dazu: „Das Eis treibt frei auf dem Wasser und wird durch den Wind angetrieben, dann wird es sehr kritisch.“
60 Pioniere des Bundesheers
In der Zwischenzeit hat die Feuerwehr Unterstützung vom Bundesheer erhalten. Insgesamt 60 Pioniere aus Villach versuchen jetzt ebenfalls – mit Booten, Motorsägen und einem Radlader – die Stege zu sichern. Einige der Einbauten sind dennoch schon beschädigt, erklärte Drobesch: „Die meisten Stegbesitzer sind nicht versichert. Das Risiko für die Versicherungen ist ein sehr hohes. Die meisten Versicherungen bieten diesen Schutz deshalb erst gar nicht an.“ Für die Stegbesitzer könnte daher der Schaden den die Eisschollen anrichten, enorm teuer werden.
Meldung vom Mittwoch, 2. März 2011:
Auch am Mittwoch wird mit voller Kraft daran gearbeitet, den Eisstau auf dem Klopeiner See aufzulösen. Seit dem späten Dienstagabend stehen Dutzende Feuerwehrleute im Einsatz. Am Donnerstag kommt das Bundesheer zu Hilfe. Vom starken Wind wurden die bis zu 20 Zentimeter dicken, tonnenschweren Eisplatten gegen die Badestege gedrückt. Obwohl am Dienstag auch der Eisbrecher der Feuerwehr Töschling im Einsatz war, wurden fünf Stege schwer beschädigt.
Einsatzkräfte am Limit
Die Feuerwehrleute sind beinahe machtlos, sagte Gerfried Bürger, der Einsatzleiter des Eisbrechers, gegenüber dem ORF Kärnten: „Aufgrund der Eisstärke sind da natürlich immense Kräfte am Werk. Wir konnten während der Fahrt mit unserem Einsatzboot kaum noch die Fahrrinne offen halten. Wir fahren hart an der Grenze, wir sind am Limit.“ Die Eisplatte besteht aus 20 Zentimeter dickem Kerneis und lässt sich nur schwer zerkleinern.
Eisstaus sind im Frühjahr nichts Ungewöhnliches. Dass sich aber fast die gesamte Eisfläche vom Ufer löst, überrascht auch Einsatzleiter Bürger: „Aus welchen Gründen auch immer hat sich die Eisplatte vom Ufer gelöst und treibt jetzt frei herum, da sie der starke Wind in Bewegung gesetzt hat.“
Sollte der Wind anhalten, wird der Einsatz am Klopeiner See noch Tage dauern. Am Donnerstag werden die Feuerwehrleute vom Bundesheer unterstützt. 60 Pioniere des Jägerbataillons 1 werden anrücken und voraussichtlich eine Woche im Einsatz sein, meldete das Militärkommando am Mittwoch.
