Medien / Fotografen

Deutschland: Marode Brücken -> Probleme für Feuerwehr bei Anfahrten

Wipperfürth (Deutschland): Bei der jüngsten Prüfung wiesen sieben Brücken in Wipperfürth große Schäden auf. Von den über 80 Brücken wurden die mit der verkehrlich größten Bedeutung und dem schlechtesten Zustand zuerst unter die Lupe genommen.

Die Feuerwehr kommt nicht bis an Haus, die Müllabfuhr auch nicht, ein Zusatzbus ist für den Schülertransport erforderlich, der Möbelwagen kann nicht ins Neubaugebiet, Rettungskräfte müssen einen Umweg oder auf eigenes Risiko in die Straße fahren.

Was im jüngsten Bauausschuss so beiläufig unter Verschiedenes mitgeteilt wurde, bedeutet für Anwohner, Rettungskräfte, Müllabfuhr und Finanzen eine zusätzliche Belastung: Bei der jüngsten Prüfung wiesen sieben Brücken in Wipperfürth große Schäden auf. Von den über 80 Brücken wurden die mit der verkehrlich größten Bedeutung und dem schlechtesten Zustand zuerst unter die Lupe genommen. Die Brückenbelastung im Stillinghauser Weg wurde auf neun Tonnen, in Egen Güttenhausen auf sechs Tonnen und in Jägerhof, Leiersmühle, Oberflossbach, im Sonnenweg und in Niederdhünn sogar auf drei Tonnen gesenkt.
Mitteilung erfolgte im Ausschuss nur nebenbei

Zum Thema im Ausschuss wurde die Ablastung, wie es in der Fachsprache heißt, weil es Probleme mit der Müllabfuhr gab und der Abfall-Sammel- und Transportverband Oberberg (ASTO), mitteilte, dass er einige Straßen nicht mehr erreichen könne.

Ralf Hagen, zuständig für den Bereich Straßenbau, gab an, dass Sanierungskonzepte für die Brücken vorlägen. Der Kämmerer müsse jedoch die Finanzen prüfen und der Kreis müsse noch sein Einverständnis für den Einsatz der finanziellen Mittel geben. Dann würden die Sanierungsarbeiten aber „so schnell wie möglich“ beginnen. Vor allem Jägerhof und Leiersmühle hätten oberste Priorität, sagte Hagen. In Jägerhof könne der Schulbus nicht mehr fahren, ein zusätzlicher Bus müsse eine Zusatzstrecke fahren, was wiederum zusätzliche Kosten bedeute.

Kritisch sieht Wipperfürths Feuerwehrchef Siegfried Förster die Ablastung der Brücken, gerade was Leiersmühle betrifft, denn dort gibt es eine Sackgasse ohne andere Zufahrtsmöglichkeit. „Das ist eine schwierige Situation. Wenn es um Menschenleben geht, wird der Einsatzleiter sicher entscheiden, dass der Fahrer über die Brücke fahren muss“, so Förster. Aber wenn die Brücke oder Fahrzeug beschädigt würden, trage er auch die Folgen. Das Problem bestünde ja auch für die Rettungsfahrzeuge, die bis auf den Notarztwagen schwerer als drei Tonnen seien. Oft komme es auf jede Sekunde kann, da könne kein Umweg in Kauf genommen werden. Dezernent Lothar Wollnik sieht das Problem dagegen nicht so kritisch: „Das Ablasten bedeutet ja nicht, dass die Brücke gleich zusammenbricht, wenn ein schwererer Lkw darüber fährt.“ Nur für die häufige Belastung durch Lkw seien die Brücken nicht mehr geeignet. Die Feuerwehr will vorbeugen. „Es wird ein Notfallplan erstellt“, sagt Förster.

In Leiersmühle können im Moment nicht einmal Möbelwagen die Neubausiedlung erreichen. 20 Euro kostet es, wenn ein Lkw-Fahrer das Schild missachtet. Für eventuelle Schäden an der Brücke haftet er ebenfalls. In Jägerhof kann die Müllabfuhr die Anlieger nicht mehr erreichen. Diese müssen nun ihre Mülltonen mehr als 100 Meter an den nächsten Abholpunkt schieben. „Offiziell ist eine Strecke von 280 bis 300 Meter tragbar“, so Lothar Wollnik.

Burkhard Rösner vom Asto sieht das Problem mit dem Müll jedoch nicht komplex genug behandelt. Dem Vorwurf, die Müllabfuhr würde aufgrund immer größerer Wagen Probleme bekommen und verursachen, wie mehrere Politiker im Ausschuss kritisiert hatten, weist er zurück. „Die Autos werden nicht immer größer, die Straßen werden immer schlechter“, so Rösner. Der Zustand der Brücken sei ein Ergebnis von Jahrzehnten, in denen sich die Breite der Müllfahrzeuge nie geändert habe. Das Argument, dass die Wagen zu schwer geworden seien, ist nach Rösner haltlos.

In den letzten Jahren seien die Wagen acht Tonnen schwerer geworden, von 18 Tonnen auf 26 Tonnen Gesamtgewicht. Werde eine Brückenlast nun auf neun Tonnen oder auf drei Tonnen begrenzt, könne der Müllwagen so oder so nicht mehr über die Brücke fahren. Verärgert ist er auch über die Informationspolitik der Stadt. Die neuen Schilder seien angebracht worden, bevor die Stadt den Asto informiert habe. „Uns fehlte die Vorlaufzeit, um die betroffenen Anwohner ausreichend zu informieren. Technisch kann man alles regeln, man muss nur sachlich darüber diskutieren.“ Natürlich sei es für die betroffenen Anwohner ärgerlich, wenn sie die Mülltonnen einen weites Stück rollen müssten. Doch das sei kein Dauerzustand, sondern eine Zwischenlösung, bis die Stadt die Brücken saniert habe. Wann dies geschieht, ist noch offen. Prioritätenliste und Konzept werden zurzeit bei der Stadt erarbeitet. Doch dann muss der Kreis als Aufsichtsbehörde die Maßnahmen auch genehmigen.

Kölnische Rundschau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert