Oö: Schweres Zugsunglück in Enns -> Fünf Stunden eingeklemmt!

Enns (Oö): Am 26. Februar 2011 um 01.29 Uhr wurde die FF Enns zu einem technischen Einsatz bei der Lorcherbrücke alarmiert.
KDO 2, LFB A1 und ULF rückten mit 20 Mann zur Lorcherbrücke aus. Dort konnte vorerst keine Unfallstelle vorgefunden werden. Erst eine Erkundung zu Fuß durch den Einsatzleiter ergab, dass ca. 100 Meter nach der Lorcherbrücke ein Containerzug aus ungeklärter Ursache auf einen anderen Zug aufgefahren war. Dadurch war der letzte Waggon ausgehoben worden und hatte sich in den Führerstand der auffahrenden Lokomotive gebohrt.

Durch den eindringenden Waggon wurde der Führerstand stark deformiert und die beiden im Führerstand befindlichen Personen dadurch schwer eingeklemmt.
Die Rettung der beiden Eingeklemmten gestaltete sich auf Grund der starken Deformierungen im Führerstand sehr schwierig und zeitaufwändig. Der Lokomotivführer, der sich auf der rechten Seite der Lok befunden hatte, konnte nach ca 2 Stunden befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden. Er wurde mit Hilfe der Drehleiter über die steile Böschung gebracht und durch das Roten Kreuz in das Krankenhaus verbracht.

Der zweite Mitfahrer war auf der linken Lokomotivseite durch den eindringenden Puffer des Waggons und der dadurch verformten Metallteile im Bereich der Beine eingeklemmt worden. Der Mann wurde ständig vom anwesenden Notarzt betreut und es wurden in mühsamer Kleinarbeit die Metallteile, die die Beine des Verunfallten einklemmten mit den hydraulischen Rettungsgeräten entfernt.

Gegen 06.15 Uhr, nach mehr als 4-stündiger Schwerstarbeit, konnte der Mann schlussendlich aus seiner Lage befreit werden. Er wurde dann mit Unterstützung der Drehleiter zum Abstellplatz der Rettungsfahrzeuge gebracht und durch die Rettungskräfte übernommen und in das Krankenhaus gebracht.

Bericht Foto Kerschi
Ein schweres Zugsunglück ist in der Nacht des 26. Februar 2011 in Enns passiert. Um etwa halb zwei Uhr Früh ist ein Zug auf einen anderen aufgefahren.
Passiert ist das Ganze bei Verschubarbeiten. Die beiden Zugführer des hinteren Triebwagens sind eingeklemmt worden. Einer ist schwer verletzt nach zwei Stunden geborgen worden.

Der zweite ist nicht so schwer verletzt. Er ist nach über vier Stunden noch immer im Wrack eingeklemmt und wird in diesen Minuten (Informationsstand um 07.30 Uhr) geborgen, heißt es von der Polizei.

Bericht Liferadio.at
Ein Zugunglück in Enns fordert zwei Schwerverletzte. Der Unfall ist gegen halb zwei Uhr Früh passiert, bei Verschubarbeiten. Ein Zug ist auf den anderen aufgefahren. Der Lokführer dürfte übersehen haben, dass der vor ihm fahrende Zug stehen bleibt. Er und ein Verschubmitarbeiter sind in der Führerkabine eingeklemmt worden. Anita Stummer von der Feuerwehr Enns war eine der ersten am Unfallort, sagte sie im exklusiven Life Radio Interview. Der erste Verletzte war zwei Stunden im Wrack, der zweite sogar fünf Stunden. Sie sind schwer verletzt und waren nicht ansprechbar. Eine Untersuchungskommission der ÖBB soll jetzt den genauen Unfallhergang klären

DANKESSCHREIBEN:
Freude bei der FF Enns am 1. März 2011. Es kommt selten vor, man erwartet es auch nicht, freut sich aber dann nichts desto trotz, wenn es ins Haus flattert: Ein Dankesschreiben:
Sehr geehrter Herr Schlucker!
Ich bin als Leiter der Verschub Region Nord für die Verschubmitarbeiter im Bhf Enns zuständig und möchte mich, gemeinsam mit Betriebsmanager Alois Haugeneder, auf diesem Weg bei Ihnen und Ihren Feuerwehrkameraden aufrichtig für die geleistete Schwerarbeit beim Einsatz am 26.02.2011, Lorcherbrücke – Verschubzusammenstoss Containerzüge, bedanken. Unser Mitarbeiter Heinrich G. (Namen der Redaktion bekannt) ist Dank Ihrer hochqualifizierten Bergungsarbeit aus seiner lebensbedrohlichen Lage geborgen worden und geht dzt. im UKH Linz einer langsam fortschreitenden Genesung entgegen. Der Lokführer der Wiener Lokalbahnen, Hermann B., ist ebenfalls bereits auf dem Weg der Besserung.
Gott sei Dank sind so schwere Unfälle beim Verschubbetrieb der ÖBB sehr selten. Es ist aber ein gutes Gefühl, dass auf die Freiwillige Feuerwehr Enns in solchen Notfällen immer Verlass ist. Ich hoffe auch, dass der gesamten Öffentlichkeit bewusst ist, wie wichtig und unbezahlbar die Arbeit unserer Feuerwehren ist.
Ich möchte hier auch den Dank der Ennser Arbeitskollegen von Heinrich G. weiterleiten und wünsche der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Enns weiterhin alles Gute und dass die Kameraden Ihrerseits immer gesund von den schwierigen Einsätzen nach Hause kommen.
Herzliche Grüße
Helmut Heimberger
Leiter Verschub Region Nord
