Oö: Zivilschutzverband soll / will Einsatzorganisation werden
Oberösterreich: Mit Interesse verfolgt der Vöcklabrucker Bezirksleiter des Oberösterreichischen Zivilschutzverbands, Karl Dannbauer, die Diskussionen pro und kontra Wehrpflicht in Österreich:
„Ich befasse mich mit diesem Thema, weil ich mir Sorgen darüber mache, wie künftig die viele gute Arbeit, die die Zivildiener für unsere Gesellschaft leisten, erfolgen soll, würde eine Verpflichtung wegfallen. Ich mache mir aber auch Sorgen darüber, wer und mit welchen Mitteln und Menschen künftig den Betroffenen von Naturkatastrophen beisteht und professionelle Hilfe leisten kann.“
Als Referent der Sicherheits- und Katastrophenschutzbehörde der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck ist Karl Dannbauer täglich mit diesem Thema konfrontiert und will nun als OÖZSV–Bezirksleiter diesen Lösungsansatz zur Diskussion stellen: „Der Zivilschutzverband, der im Innenministerium angesiedelt ist, soll sich diesem Thema annehmen und somit von der bisherigen Aufgabenstellung, Präventionsarbeit für die Bevölkerung zu leisten, sich zu einer Einsatzorganisation für Katastrophenvorsorge und -planung und damit zum Ansprechpartner für die zuständigen Behörden ändern. „Die notwendige Infrastruktur in ganz Österreich, mit den Länder- und Bezirksvertretungen, ist bereits vorhanden. In dieser Zivilschutzorganisation könnten Menschen freiwillig mitarbeiten, die sonst keiner Einsatzorganisation angehören und die sich speziell auf Katastrophenfälle vorbereiten. Diskutieren wir darüber, der Zivilschutzverband ist bereit dazu!
„Wir haben in Österreich ein sehr gut funktionierendes Einsatzwesen durch zum Teil freiwillige Einsatzorganisationen, die in Katastrophenfällen professionell und kompetent Hilfe für die Bevölkerung leisten. Um aber Katastrophen wirklich bewältigen zu können, bedarf es entsprechender Katastrophenpläne und Organisationen, die diese Pläne ausarbeiten bzw. Einsätze organisieren und leiten. Die zuständigen staatlichen Stellen, wie etwa die Bezirkshauptmannschaften als Katastrophenschutzbehörden, erledigen zwar diese Vorarbeiten, benötigen aber in tatsächlichen Fällen Einsatzorganisationen, die speziell auf diese Bedürfnisse vorbereitet und organisiert sind. Zweifelsfrei sind unsere Einsatzorganisationen, wie etwa die Feuerwehren und das Rote Kreuz, in der Lage und haben das auch in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, ihr Bestmögliches für die Betroffenen in Zusammenarbeit mit den Behörden zu tun. Sollten wir aber künftig diese Organisationen noch stärker damit belasten, weil uns ein Bundesheer in der jetzigen Form nicht mehr zur Verfügung steht? Ich bin mir sicher, dass ein Berufsheer mit ausschließlich beruflichen Mitarbeitern nicht diese Effizienz erbringen kann, wie das freiwillige Organisationen, deren Herz für diese Sache schlägt, erbringen“, ist Dannbauer überzeugt.
