Stmk: Keine Frauen, weil ein „Häusl“ fehlt
Lieboch (Stmk): Keine Sanitäreinrichtungen für Frauen bei der Feuerwehr in Lieboch: Trotz Interesse haben Feuerwehr-Frauen dort keine Chance. Offiziell sind die fehlenden Sanitäreinrichtungen für Frauen das Hindernis.
„Jede Frau ist bei uns herzlich willkommen“, tönt es aus der Zentrale des steirischen Landesfeuerwehrverbandes. Bestätigt sieht Sprecher Thomas Meier dies durch die Statistik: 2015 aktive weibliche Feuerwehrmitglieder gibt es zurzeit in der Steiermark, zwei davon agieren als Kommandantin. Ob es noch Feuerwehren gäbe, bei denen Frauen keine Möglichkeit auf Mitgliedschaft haben? „Nein, mir ist keine bekannt“, erklärt Meier.
Sarah Zott, 22, hat andere Erfahrungen gemacht. Vor mittlerweile zehn Jahren wollte sie der Freiwilligen Feuerwehr Lieboch beitreten und wurde abgewiesen. Rückblickend ortet die Studentin Scheinheiligkeit: „Offiziell hieß es damals, dass es keine Sanitäreinrichtungen für Frauen gibt. Aber ich hatte eher das Gefühl, man will das nicht, weil ich ein Mädchen bin.“ Immer wieder hätten in den Folgejahren auch Freundinnen von ihr den Versuch gestartet, der Feuerwehr beizutreten. Das Ergebnis war stets dasselbe: geht nicht, es gibt keine Räume für die Frauen.
Interesse der Mädchen: Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung bestätigt Günter Dworschak, der Kommandant der Feuerwehr, das Interesse der Mädchen, fügt aber hinzu, dass man „fast nicht umbauen kann“. Es tue ihm „sogar ein wenig leid, dass es in Lieboch keine Mädls bei der Feuerwehr gibt“. Sarah Zott kann dem nichts abgewinnen: „Der Druck der alteingesessenen Männer ist einfach sehr groß. Die wollen schlichtweg keine Frauen dabeihaben.“
Anderswo haben es die Frauen leichter: In Deutschland etwa wirbt die Feuerwehr mittels Kampagnen seit Jahren aktiv um weibliche Mitglieder. Das hat zur Folge, dass die Frauenquote heute bei zehn Prozent liegt und weiterhin stark ansteigt. Bei den Jugendfeuerwehren liegt der Anteil sogar bei 20 Prozent.
