Deutschland: Schwerer Verkehrsunfall war tatsächlich keiner

Velbert (Deutschland): Am nächtlich frühen Freitagmorgen, 21. Jänner 2011, wurden Feuerwehr und Polizei gegen 01.20 Uhr von Anwohnern zu einem schweren Verkehrsunfall an der Straße Zum Papenbruch, unmittelbar gegenüber der Einmündung Neustraße, im Velberter Ortsteil Tönisheide gerufen.
Bei diesem gemeldeten Unfall war ein Pkw Opel Corsa gegen eine Hauswand gerast und dessen Fahrer hatte schwere Kopf- und Beinverletzungen davongetragen. Als erste Einsatzkräfte der Polizei nur wenige Augenblicke später am Unfallort eintrafen, hatte der schwer verletzte 22-jährige Opel-Fahrer das Fahrzeug bereits verlassen, der total zerstörte dunkelblaue Corsa geriet gerade in Brand und stand nur wenige Sekunden später bereits vollständig in Flammen. Trotz sofortigen Einsatzes eines polizeilichen Feuerlöschers konnte der Fahrzeugbrand erst von der nur wenig später eintreffenden Feuerwehr gelöscht werden. Der schwer verletzte 22-jährige Velberter wurde mit einem Rettungswagen ins Klinikum Niederberg gebracht, wo er zur stationären ärztlichen Behandlung verbleiben musste.

Erste Ermittlungen zum Unfallverlauf ergaben, dass der 22-jährige Velberter die Neustraße, aus Richtung Velbert kommend, in Fahrtrichtung Tönisheide befahren hatte und dabei offenbar mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der innerstädtischen Straße unterwegs gewesen war. An der Einmündung Zum Papenbruch, an welcher die Hauptverkehrsrichtung rechtwinklig nach links abbiegt, raste der Opel aus zunächst ungeklärter Ursache ungebremst geradeaus. Der Corsa prallte hintereinander mit großer Wucht gegen eine Straßenlaterne, ein Verkehrsschild und einen Zaun, gegen die Hauswand des Gebäudes Nr. 41 sowie einen daneben geparkten Pkw Smart. Der silberne Smart wurde durch die Wucht des Aufpralls weiter in die Garageneinfahrt, gegen eine Mauer und einen geparkten silbernen VW Jetta geschleudert, der dadurch noch bis in das geschlossene Tor einer Garage gedrückt wurde, vor welcher der VW zuvor neben dem Haus geparkt worden war.

Im Zuge weiterer Ermittlungen und nach erster Vernehmung des 22-jährigen Velberters stellte sich heraus, dass es sich bei dem vorgenannten Ereignis nicht um einen Verkehrsunfall im herkömmlichen Sinn handelte. Der junge Opel-Fahrer gab zu Protokoll, dass er sich das Leben nehmen wollte und deshalb unter dem Einfluss von Alkohol und Medikamenten gezielt auf die Hauswand zugesteuert hatte. Dabei will er die Neustraße zuvor mit ca. 180 km/h befahren haben. Daraufhin wurden ein Strafverfahren eingeleitet, eine Blutprobe angeordnet und durchgeführt, der Führerschein des Beschuldigten sichergestellt, eine ärztlich-psychologische Betreuung des jungen Mannes veranlasst und diesem bis auf weiteres ausdrücklich jedes Führen führerscheinpflichtiger Kraftfahrzeuge untersagt. Angehörige des 22-jährigen Velberters wurden von der Polizei informiert.

Der an den drei Fahrzeugen, am Haus Nr. 41, der Garage, einer Mauer, an Zaun, Laterne und Straßenschild entstandene Gesamtsachschaden beziffert sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 22.000,- Euro.
