D: Navigationsgeräte helfen Feuerwehr bei der Suche nach Hydranten
Blumenthal (Deutschland): Die Sirene heult, Feueralarm, jetzt muss alles schnell gehen. Die Einsatzwagen nehmen Fahrt auf. Schnell kommt die Frage auf,…
… wo sich der nächste Hydrant in der Umgebung des Brandes befindet. Obwohl die meisten Feuerwehrmänner die Hydranten ihres Ortes kennen, müssen sie in den Nachbargemeinden suchen. „Beim Einsatz haben wir keine Zeit, den großen Ordner mit den eingezeichneten Hydranten hervorzuholen“, berichtet Martin Stange von der Freiwilligen Feuerwehr Blumenthal. „Es geht Zeit verloren. Einige Hydrantenschilder findet man nicht, weil sie entfernt oder beschädigt wurden“, ergänzt Kai König.
Der Feuerwehrmann aus Altenholz hatte einen Gedankenblitz. Ihm kam die Idee, über Interessenpunkte bei TomTom-Navigationsgeräten die Standorte der Wasserstellen einzupflegen. Vor zwei Jahren fing er an. Seitdem haben über 100 Feuerwehren aus Deutschland sowie Österreich und der Schweiz angefragt. Flintbek hat sich im vergangenen Jahr für die Hydrantennavigation entschieden, die Feuerwehren des Amt Molfsee sind seit Herbst dabei.
„Ich habe die Hydrantennavigation bei Einsätzen in Groß Flintbek gesehen und war begeistert“, sagt Stange, der sich dafür eingesetzt hat, dass das System auch im Amt Molfsee Einzug hält. Um die neuen Standorte in das Navigationssystem einzugeben, ist er einen Tag lang von Hydrant zu Löschteich gelaufen und hat insgesamt 30 offizielle Stellen in Blumenthal eingegeben. Dazu kommen private Wasserreservoirs wie Karpfenteiche und Pools, erklärt Stange. Nun werden die Eingaben mit den benachbarten Feuerwehren ausgetauscht.
„Das System macht die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren einfacher“, sagt Tom Glas, Pressesprecher der Amtsfeuerwehr Molfsee. Wenn es brennt, brauche man schnell viel Wasser. Tagsüber seien nicht genügend Feuerwehrleute im Ort, zudem fehle es insgesamt an Feuerwehrleuten. Daher sei man auf die Hilfe aus den Nachbargemeinden angewiesen. Mit der Hydrantennavigation können sie sich schnell im Nachbargebiet zurechtfinden.
Ein weiterer Zusatznutzen: „Wir können sehen, wie weit der nächste Hydrant entfernt ist und das nachfolgende Fahrzeug dorthin leiten“, erklärt König. Auch die Leistung des Hydranten lässt sich in das System einpflegen.
