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Deutschland: Schwere Brände in Weimar zur Neujahrsnacht 2010/2011

Weimar (Deutschland): Fünf Verletzte und Schäden für mehr als 100.000 Euro sind die Bilanz einer Neujahrsnacht 2010/2011, die nicht nur Weimars Feuerwehren im Gedächtnis bleiben wird.

Der schwerste von fünf Bränden ereignete sich in der ersten Stunde des neuen Jahres und zerstörte den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses, blieb aber dank des beherzten Einsatzes eines Passanten ohne Opfer.

Hohe Flammen schlugen bereits aus dem Dach des Hauses Schwanseestraße 62, als Uwe Ackermann und seine Freunde auf den Brand aufmerksam wurden. Sie hatten in der Nachbarschaft ins neue Jahr gefeiert und sahen nicht nur den Brand, sondern auch etwa 20 Schaulustige vor dem Haus. Für die Bewohner interessierte sich offenbar niemand. Weil der 47-jährige Licht im Brandhaus sah, stürmte er in das Gebäude trat eine Tür ein und machte vier Leute im Erdgeschoss auf das Feueraufmerksam, die hier das neue Jahr begossen. Im ersten Obergeschoss war ein Rentnerpaar offenbar dabei zu Bett zu gehen, als Ackermann sie auf die Gefahr aufmerksam machte. „Unten an der Tür nahmen uns dann Feuerwehrleute in Empfang, die inzwischen angerückt waren“, sagt der Informatiker über seine dramatische erste Nacht des neuen Jahres. „Sie passten auch auf, dass wir nichts auf den Kopf bekamen.“

Bis in den Morgen hatten die Feuerwehren mit dem Brand zu tun. Selbst am Morgen musste die Feuerwehr noch einmal gegen Glutnester, des Brandes vorgehen, der sich am Dach entwickelt hatte. Die die Wachschicht der Berufsfeuerwehr von Egon Scheuch wurde durch die freiwilligen Wehren Ehringsdorf und Taubach sowie die Feuerwehr Mitte unterstützt. Sanitäter kümmerten sich um die Bewohner und betroffene Nachbarn, die erst nach und nach von Silvesterfeiern zurückkehrten und von dem Drama erfuhren.

Die amtierende Oberbürgermeisterin Janna de Rudder organisierte mit Feuerwehr und Polizei die Unterbringung der zehn Betroffenen. Während einige von ihnen von den Eigentümern des Nachbarhauses im Hinterhaus einquartiert wurden, erhielten andere Unterschlupf im Leonardo- und im Dorint-Hotel. Die Notwohnung der Weimarer Wohnstätte stand derweil noch nicht zur Verfügung, weil sie noch von den Brandopfern aus der Bonhoefferstraße bewohnt wird.
Erschwert wurden die Löscharbeiten, weil parallel zum Brand in der Schwanseestraße ein Balkon an der Apitzstraße in Schöndorf in Flammen stand. Offenkundig von Feuerwerkskörpern ausgelöst, entwickelte das Feuer hier eine solche Hitze, dass die Balkontür zerstört wurde. Hier wurde die Freiwillige Feuerwehr Schöndorf alarmiert. Vier Bewohner erlitten schwere, ein Bewohner leichte Rauchgasvergiftungen. Sie mussten ins Klinikum gebracht werden.

Containerbrände löschten die Wehren an der Meyerstraße, Ecke Brennerstraße, am Hort der Pestalozzischule in der Böhlaustraße und an der Prager Straße in Weimar West. Sie waren teils mutwillig gelegt worden.

Thüringer Allgemeine

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