Bayern: Bewegte Silvesterbrandnacht 2010/2011 bei der BF München

München (Bayern): Der Jahreswechsel 2010/2011 sorgte bei der BF München erwartungsgemäß für ein erhöhtes Einsatzaufkommen bei der Münchner Feuerwehr. Am frühen Abend kam es zu den ersten Müllcontainerbränden.
Insgesamt rückten Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr in der Silvesternacht zu 75 Einsätzen aus (Vorjahr: 92). In vielen Fällen hatten Feuerwerkskörper Müll- und Wertstoffcontainer in Brand gesetzt. Viermal musste die Feuerwehr nach Mitternacht Personen aus stecken gebliebenen Aufzügen befreien. Die Anzahl der Feuerwehreinsätze war gegenüber dem Vorjahr zwar rückläufig. Das Ausmaß der Brände am Stiftsbogen, Krennerweg und Brehmstraße überstieg jedoch das Vorjahresniveau. Der Rettungsdienst hatte eine deutliche Steigerung der Einsatzzahlen zu verzeichnen. Hier kam es in der Silvesternacht zu einem Anstieg auf 574 Einsätze (Vorjahr 487). Im größten Teil der Fälle war Alkohol und die daraus resultierenden Folgen Grund der Alarmierung. Verletzungen durch Feuerwerkskörper hingegen gab es wenige. Die Integrierte Leitstelle bearbeitete während der vergangenen 24 Stunden insgesamt 1454 Einsätze.
Balkonbrand greift auf Apartment über
Mehrere Anrufer meldeten der Integrierten Leitstelle knapp eine halbe Stunde nach Beginn des neuen Jahres einen Brand in Kleinhadern. Vermutlich durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst begann es auf einem Balkon im 7. Stock eines Wohnhauses zu brennen. Das Feuer konnte sich dort rasch ausbreiten. Aufgrund der Hitzeeinwirkung zerbarst eine Fensterscheibe und der Brand griff auf die Wohnung über. Die Bewohnerin des Apartments wurde durch einen Passanten gewarnt und verließ die Wohnung. Sofort leiteten die Einsatzkräfte der Feuerwehr einen Löschangriff über die Drehleiter und den Treppenraum ein.

Gleichzeitig kontrollierten Feuerwehrleute die darüber liegenden Wohneinheiten. Eine direkt über den Brandräumen liegende Wohnung musste gewaltsam geöffnet werden. Die Wohnung wurde leer aber verraucht vorgefunden. Mit gezielten Lüftungsmaßnahmen wurde der Brandrauch aus dem Gebäude gedrückt. Das Apartment brannte vollständig aus. Die Bewohnerin zog sich eine Rauchgasvergiftung zu. Der Rettungsdienst versorgte die Patientin und brachte sie in eine Klinik. Der Sachschaden wird auf ca. 50.000 Euro geschätzt.
100.000 Euro Schaden durch Dachstuhlbrand
Rund 50 Einsatzkräfte waren bei der Bekämpfung eines Dachstuhlbrandes in Solln eingesetzt. Bei dem leerstehenden Gebäude, das sich zur Zeit in einer Renovierungsphase befindet, fing der Dachstuhl Feuer. Auch hier ist vermutlich ein Feuerwerkskörper die Ursache des Brandes. Über mehrere Leitern drangen die Atemschutztrupps auf das Dach vor und in das Gebäude ein.

Die Dachhaut war beim Eintreffen der Feuerwehr bereits durchgebrannt. Um alle Glutnester in dem Gebäude aufspüren zu können, wurde in zeitaufwendiger Arbeit das Dach und die Decke geöffnet. Der Schaden beträgt hier ca. 100.000 Euro. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.
Brandausbreitung in letzter Sekunde verhindert:
In buchstäblich letzter Sekunde konnte am Morgen eine Brandausbreitung im Stadtteil Giesing verhindert werden. Eine Unterstand für Mülltonnen hatte Feuer gefangen. Die Holzkonstruktion stand bei Eintreffen der Feuerwehr vollkommen in Flammen. Auch ein in unmittelbarer Nähe befindlicher Pkw brannte zu diesem Zeitpunkt bereits.
Die Mülltonnenbehausung grenzte direkt an die Fassade eines
Wohngebäudes. Das Feuer drohte sich auf das Gebäude auszuweiten. Alle Bewohner verließen das Gebäude und brachten sich in Sicherheit. Parallel zur Brandbekämpfung wurde die stark erhitzte Fassade sofort mit Wasser gekühlt. An einem weiteren, ca. 10 Meter entfernten Wohngebäude waren durch die starke Hitzestrahlung bereits die Jalousien geschmolzen.

Durch den schnellen und energisch durchgeführten Löschangriff war der Brand nach knapp 30 Minuten unter Kontrolle. Der Pkw brannte vollständig aus. Verletzt wurde niemand. Nach Beendigung der Löscharbeiten konnte alle Bewohner wieder in ihre Wohnung zurück.
