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Deutschland: Löscharbeiten bei klirrender Kälte

Groß Naundorf (Deutschland): Es war kein leichter Einsatz, zu dem am frühen Dienstagmorgen, 21. Dezember 2010 (1.03 Uhr), insgesamt sechs freiwillige Feuerwehren gerufen wurden. Ein Haus unmittelbar neben der einstigen Gaststätte in der Ernst-Thälmann-Straße in Groß Naundorf…

… stand in voller Ausdehnung in Flammen. Personen kamen nicht zu Schaden.

Ein Übergreifen des Brandes auf benachbarte Gebäude sollte unbedingt verhindert werden und das bei einer Temperatur von minus 14 Grad, schilderte Feuerwehr-Abschnittsleiter Roland Karthäuser die Situation vor Ort.

Das verlangte von den etwa 40 Einsatzkräften aus Groß Naundorf, Kolonie, Annaburg, Bethau, Prettin und Jessen volle Konzentration, damit das Wasser nicht in den Schläuchen und Pumpen gefriert. „Deshalb muss das Wasser ständig fließen,“ erklärt Roland Karthäuser. Das bedeutet, selbst wenn ein Strahlrohr einmal nicht benötigt wird und beiseite gelegt wird, kann es nicht vollständig geschlossen werden, und auch die Pumpen laufen ständig. Nicht zu vermeiden ist dagegen, dass Wasser den Boden in eine Eisbahn verwandelt. Immer aufmerksam sein, heißt es da. Keinen unbedachten Schritt machen. Und es ist gut gegangen. Als es dann am Dienstagmorgen hell geworden war, stumpften Mitarbeiter des Bauhofes vorsichtshalber alles mit Streusand ab.

Mit der Wasserversorgung habe es trotz des Winterwetters keine besonderen Schwierigkeiten gegeben. Die Aufgabe wurde gemeistert, bilanzierte Roland Karthäuser. Die Flammen wurden erstickt, andere Gebäude blieben unversehrt und, was wohl gerade bei der Witterung am Dienstag am allerwichtigsten war, es kam auch kein Feuerwehrmann zu Schaden. Gegen acht Uhr verließen die Groß Naundorfer Floriansjünger als Letzte den Einsatzort.

Das Haus wurde laut Informationen aus dem Polizeirevier Wittenberg von drei jungen Leuten (einer 19-jährigen Frau sowie zwei Männer im Alter von 21 beziehungsweise 26 Jahren), die nicht aus der Region kommen, bewohnt. Beim Eintreffen der Feuerwehren hätten sie sich an der Bushaltestelle in der Nachbarschaft befunden. Ob sie sich im Haus berechtigt aufhielten oder nicht, darüber gibt es unterschiedliche Auskünfte.

Laut Bürgermeister Reinhard Pfeil (parteilos) handelt es sich um ein eigentlich unbewohntes Gebäude. Roland Karthäuser wusste zu zu berichten, dass sich der Schornstein in dem Gebäude in einem äußerst desolaten Zustand befindet, ein Heizen sehr gefährlich und daher eigentlich unmöglich ist.

Die drei Betroffenen, die zur Befragung bei der Kriminalpolizei mit nach Wittenberg genommen und danach wieder entlassen wurden, haben der Polizei gegenüber zu ihrem Wohnrecht etwas anderes ausgesagt. Zur Ursache des Brandes lagen am Dienstag noch keine Ergebnisse vor. Die Ermittlungen laufen noch, hieß es am Nachmittag aus dem Polizeirevier in der Lutherstadt.

Mitteldeutsche Zeitung

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