Deutschland: Schneedruck -> Stalldach stürzt ein und tötet 25 Kühe
Chemnitz/Augustusburg/Werdau (Deutschland): Der Winter wächst sich zur Katastrophe aus. Schulausfälle, Unfälle, knappes Benzin, ausgefallene Busse und Bahnen – viele fragen sich, wie schlimm erst der Januar wird. Ausnahmezustand herrschte in Augustusburg – ein eingestürztes Stalldach tötete 25 Kühe.
Auf der Falkenauer Straße im Ortsteil Grünberg hielt das 30 mal 10 Meter große Dach den Schneemassen nicht mehr stand, stürzte mittags des 15. Dezember 2010 zur Hälfte ein. 40 Rinder standen im Stall, brüllten in Todesangst. Helfer der Feuerwehr und des Betriebes konnten 15 Kühe aus den Trümmern retten, 25 starben.
Ein weggerutschter Lastwagen sorgte nachmittags auf der A72 bei Stollberg-West für einen 26 Kilometer langen Rückstau. Skurril: In Taura rutschte nachmittags ein geparkter Golf auf der Arthur-Beil-Straße wie von Geisterhand alleine los und rammte einen Skoda sowie eine Säule.
Schlimm: In Oederan, Lange Straße, schob ein Mann (48) morgens eine Autofahrerin an. Ein vorbeifahrender Renault-Fahrer passte nicht auf, schleuderte den Helfer in den Schnee – und fuhr weiter. Die Polizei ermittelt.
Die Polizei musste wegen Schneeverwehungen oder quer stehender Laster zahlreiche Straßen sperren, vor allem im Erzgebirge und Vogtland. Darunter waren auch die Grenzübergänge Olbernhau und Deutscheinsiedel.
Wegen „Winterfrei“ in den Schulen streichen die Chemnitzer Verkehrsbetriebe heute und morgen acht Busse ab Klaffenbach, Neukirchen, Altchemnitz und Löbenhainer Straße sowie die Linie S91. Auch bei BVO und Autobus Sachsen werden Busse entfallen. Die Vogtlandbahn stellte den Verkehr ein auf den Linien Falkenstein-Kraslice und Falkenstein-Adorf.
Während die Winterdienste allerorten um freie Straßen kämpfen, gehen in Werdau bereits die Salzvorräte zur Neige. Die Stadt hat noch 25 Tonnen im Silo – „wenn der Schneefall anhält, reicht das noch für eine Woche“, sagt Stadtsprecher André Kleber (28). Optimistisch fügte er hinzu: „Nachschub ist bestellt.
