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Oö. Feuerwehreinheit übt in Deutschland den int. Einsatz (Erdbeben und Co)

Österreich/Deutschland: Feuerwehreinheit aus Oberösterreich erprobt in Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften den internationalen Katastropheneinsatz nach einem Erdbeben und bewerkstelligt im deutschen Weeze mehrere Schadensbilder in Theorie und Praxis (praktische Arbeit und Stabsfunktionen).

Vier Teams aus Österreich, England, Polen und Finnland nahmen an diesem Durchgang der EU-Einsatzübung teil.

Im deutschen Weeze (Grenze zu den Niederlanden) fand und findet vom 9. bis zum 13. Dezember 2010 eine internationale Katastrophenschutzübung statt, an der in diesem Durchgang neben einer aus 22 Mann bestehenden Feuerwehreinheit aus Oberösterreich – gestellt durch den Oö. Landes-Feuerwehrverband mit Mitarbeitern des LFV, Mitgliedern freiwilliger Wehren sowie der Berufsfeeuerwehr Linz – auch Rettungsteams aus Polen, Finnland und England teilgenommen haben. Ziel war es, sowohl die praktische und auch internationale Zusammenarbeit der Teams zu erproben, aber auch, die notwendige Führungsarbeit mit all ihren Begleiterscheinungen (samt Angriff aus das Basislager der Retter) zu beüben.

Selbstständigkeit unter Beobachtung
Unter der Beobachtung (für die abschließende Beurteilung) galt es für die Teams, einen kompletten Katastrophenschutzeinsatz auf internationaler Ebene durchzuspielen, beginnend von den simulierten Einreiseformalitäten bis hin zur völlig autarken Versorgung der Einheit im eigenes zu errichtenden Basis-Zeltlager. Wie auch im Realeinsatzfall stand die völlige Unabhängigkeit des Teams hierbei absolut im Vordergrund, beginnend von der gerätetechnischen bis hin zur versorgungsseitigen Lage. Aufgrund der Anreise auf Achse konnten vor allem die Oberösterreicher in dieser Hinsicht punkten und auch den anderen Rettungskräften helfend zur Hand gehen.

Aufgaben rund um die Uhr
Schon kurze Zeit nach der Ankunft der Helfer im Zielgebiet sowie nach dem Abschluss der Arbeiten wurde das Feuerwehrteam am Freitagnachmittag zu den ersten Einsätzen gerufen, welche sich trotz der relativ kurzen Übungsdauer in einer breiten Vielfalt darstellten und rund um die Uhr (auch die Nacht hindurch) ausgetragen wurden. Die Schadensbilder in Kürze:
• Gefahrguteinsatz in einem chemischen Betrieb
• Personenrettung aus eingestürzten Wohngebäuden und die damit verbundenen bzw. notwendigen Arbeiten (Abstützen)
• Personenrettung in einem eingestürzten Haus mittels Durchstemmen einer Kellerwand des Nachbargebäudes, Helfer werden im Zuge der Arbeiten aufgrund eines angenommenen Nachbebens im Haus eingeschlossen und müssen von den noch im Freien befindlichen Feuerwehrleuten auf anderem Weg gerettet werden

• Personenrettungseinsatz nach dem Absturz eines Reisebusses in den Nachtstunden
• Erkunden eines Erdbebengebietes und Klassifizierung der Schäden bzw. Beurteilung der Lagen über sinnvolle Personenrettungen

Beurteilung der eigenen Sicherheit
Wesentliche Augenmerke wurden auch auf die Situation der Basis sowie die Vorausplanung der Teams auf eventuelle Notfälle gelegt. Das anfangs noch harmlose Heimsuchen der Helfer seitens der hungrigen und durstigen Bevölkerung wurde ebenso eingespielt, um das Verhalten der in der Basis verbleibenden Kräfte zu testen. Es endete in einer Steigerung des Aggressionsverhaltens, was bis zu einer (fiktiven) Schießerei zwischen entflohenen Sträflingen und der Polizei führte.

Wesentlich war es, den Teams die Message über potenzielle Gefahren für die eigene Sicherheit mitzuteilen und vorsorglich Pläne für Räumungsmaßnahmen oder Notevakuierungen zu erstellen. Diese haben sich in realen Hilfseinsätzen auf internationaler Ebene bereits mehrfach bewährt.

Am Montagmorgen, 13. Dezember 2010, wird sich der Feuerwehrkonvoi schließlich wieder in Richtung Linz bewegen und die rund 850 km lange Wegstrecke in voraussichtlich 14 Stunden hinter sich bringen. Mit im Gepäck hat das Team nicht nur viele neue Erfahrungen, sondern auch ein sehr gutes Beurteilungszeugnis der Beobachter.

Warum Oberösterreich?
Warum eine Feuerwehreinheit aus Oberösterreich die Alpenrepublik bei dieser EU-Einsatzübung vertreten hat, lässt sich leicht erklären: Der Oö. Landes-Feuerwehrverband hat über das Innenministerium bei der EU eine Sonderheit für Rettungs- und Bergeeinheit (auch unter erschwerten ABC-Bedingungen) eingemeldet, welche nunmehr wieder zum Zuge gekommen ist, um für den internationalen Realeinsatz entsprechend vorbereitet zu sein.

Detailreportage:
Eine detaillierte Reportage über diese nicht alltägliche Katastrophenschutzübung wird im Feuerwehrmagazin BRENNPUNKT in Heft 1 / 2011 zu finden sein. Das Feuerwehrmagazin Brennpunkt finden Sie zudem auch auf Facebook unter http://www.facebook.com/feuerwehrbrennpunkt

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