Bayern: Freiwillige Feuerwehr klagt über Personalprobleme
Bayern: Berufstätige Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern werden seltener von ihren Arbeitsplätzen freigestellt. Für Feuerwehreinsätze auf dem Land müssen deshalb häufiger Freiwillige aus mehreren Gemeinden herangezogen werden.
«Diese Tendenz ist erkennbar», klagte der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, Uwe Peetz. Der Präsident des deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger, erklärte: «In den Betrieben sind die Personalstrukturen zunehmend ausgedünnt, da kann man als Arbeitnehmer nicht einfach gehen.»
Trotz einer gesetzlichen Freistellungspflicht (Deutschland, Anm. der Redaktion) könnten die freiwilligen Helfer ihr Ehrenamt deshalb seltener ausüben, klagten die Verbandsvertreter übereinstimmend. Die Personalprobleme bei den Freiwilligen Feuerwehren im Freistaat würden sich auch künftig kaum entspannen. «Gerade in Hinblick auf die demografische Entwicklung wird die Nachwuchsförderung am Land immer schwieriger», sagte Peetz.
Im Raum München dagegen werden die ehrenamtlichen Einsatzkräfte immer jünger. Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr München, Rupert Saller, berichtete: «Bei Einsätzen untertags muss ein erheblicher Anteil der Einsatzkräfte durch Schüler, Studenten und Selbstständige abgedeckt werden.» Dadurch seien zunehmend unerfahrene Helfer im Einsatz.
Schon lange fordern Feuerwehrverbände, Angestellte des öffentlichen Dienstes für die Freiwillige Feuerwehr zu motivieren. «Diese Menschen sind ja beim Staat angestellt und können so leichter vom Arbeitsplatz freigestellt werden. Hier ist der Konkurrenzdruck auch weniger», argumentierte Saller. Derzeit gibt es in den bayerischen Städten und Gemeinden insgesamt 7729 freiwillige Feuerwehren mit mehr als 320.000 aktiven Helfern. Von September 2011 an soll eine dreijährige Kampagne des Innenministeriums und des Landesfeuerverbandes Bayern gezielt Nachwuchskräfte für die Freiwilligen Feuerwehren anwerben.
