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Israel: Großbrand außer Kontrolle -> Schlimmster Brand -> Über 40 Tote

Israel: Der schlimmste Großbrand in der Geschichte Israels scheint außer Kontrolle zu sein. Die Flammen, die bereits 40 Menschenleben gefordert haben, drangen in der Nacht auf Freitag, 3. Dezember 2010, in Richtung Hafenstadt Haifa vor.

Vorsorglich wurde der Vorort Denija evakuiert. Zuvor waren schon rund 12.000 Menschen vor dem Feuer im Karmel-Gebirge in Sicherheit gebracht worden. Trotz intensiver Bemühungen gelang es den Feuerwehren auch in der Nacht nicht, den Brand einzudämmen. „Wir haben die Kontrolle über das Feuer verloren“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

40 Menschen tot, über 15.000 auf der Flucht: Der schlimmste Großbrand in der Geschichte Israels ist außer Kontrolle. Die Flammen drangen Freitagfrüh aus dem Karmel-Gebirge in Richtung Hafenstadt Haifa vor. Vorsorglich ordnete Haifas Bürgermeister Jona Jahaw die Evakuierung des Vororts Denija an. Zwar bestehe keine unmittelbare Gefahr, sagte er, „aber wir wollen nichts riskieren“.

Zuvor schon waren Tausende Menschen aus verschiedenen Dörfern vor dem Buschfeuer in Sicherheit gebracht worden. Einzelne Siedlungen wurden bereits von den Flammen zerstört. Zwei Feuerwehrleute galten Freitagfrüh als vermisst. Aus dem Haifa-Vorort Denija wurden nach israelischen Medienberichten knapp 2.500 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Evakuierung sorgte in der Hafenstadt für ein größeres Verkehrschaos. Zuvor schon hatten rund 13.000 Menschen die Siedlungen und Dörfer im Karmel-Gebirge verlassen.

40 Tote nach Evakuierung von Gefängnis
Trotz intensiver Bemühungen gelang es den im pausenlosen Einsatz stehenden Feuerwehren aus dem ganzen Land auch in der Nacht zum Freitag nicht, den Brand unter Kontrolle zu bringen oder einzudämmen. „Wir haben die Kontrolle über das Feuer verloren“, wurde ein Feuerwehrsprecher zitiert. Ihre ganzen Hoffnungen setzten die Helfer jetzt in den Einsatz von Löschflugzeugen, die aus Europa in Richtung Israel gestartet waren.
Am Vortag waren 40 Menschen in den Flammen umgekommen. Die Opfer waren überwiegend Wachleute, die dabei helfen sollten, 500 Häftlinge aus einer Strafanstalt vor dem Feuer in Sicherheit zu bringen. Der Bus mit 50 Wachmännern an Bord wurde durch einen umfallenden brennenden Baum aufgehalten. Danach gab es für die meisten Männer kein Entkommen mehr aus dem Flammeninferno.

„Wie ein Vulkan“
Bis zum Donnerstagabend, 2.12.2010, hatte das Feuer bereits eine Fläche von 2.800 Hektar vernichtet. Angefacht vom Seewind fraß sich die meterhohe Feuerwalze durch die völlig ausgetrocknete Wald- und Buschlandschaft. „Eine derartige Ausbreitung haben wir noch nie gesehen“, sagte Haifa-Bürgermeister Jahaw. In Israel hatte es seit Monaten nicht mehr richtig geregnet.
Auch die Armee half im Großeinsatz bei der Brandbekämpfung mit. Schwere Bulldozer brachen Schneisen ins Gestrüpp und Unterholz, um den Löschfahrzeugen einen Weg zu den Brandherden zu bahnen. Die Hauptstraße zwischen Haifa und Tel Aviv, von der sich viele Feuerwehrleute erhofft hatten, sie würde als Brandschneise die Flammen aufhalten, erfüllte die in sie gesetzten Hoffnungen nicht. Die Flammen überwanden das Hindernis innerhalb kürzester Zeit und fraßen sich weiter auf Haifa vor. Das Ganze sehe „wie ein Vulkan“ aus, sagte ein Bewohner Haifas zu dem nächtlichen Flammenmeer im Hinterland der drittgrößten Stadt Israels.

Auch Türkei will helfen
US-Präsident Barack Obama bot Israel die Hilfe seines Landes an. Er fühle mit den Familien und Freunden der Opfer, sagte Obama am Donnerstagabend im Weißen Haus in Washington. Die USA würden Israel „so schnell wie möglich zur Hilfe eilen“.
Vor den USA hatten bereits andere Staaten Hilfe zugesagt. Unter anderem versprach die Türkei ungeachtet der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern die Entsendung von zwei Löschflugzeugen. Das sei eine „humanitäre Geste“, sagte am Donnerstagabend ein Vertreter des Notfallministeriums. Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei sind in einer tiefen Krise, seit beim Sturm eines Gaza-Hilfsschiffes durch die israelische Armee im Mai neun türkische Staatsbürger getötet wurden.

ORF.at

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