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Deutschland: Brand bei Recyclingfirma hält Feuerwehren in Atem

Ballenstedt (Deutschland): Ein Großbrand in einer Lagerhalle einer Recyclingfirma in der Ermslebener Straße in Ballenstedt hat am Montag, 29. November 2010, die Feuerwehren aus mehreren Orten in Atem gehalten. Bei dem Feuer entstand hoher Sachschaden, verletzt wurde laut Feuerwehr niemand.

Am Montagnachmittag, gegen halb vier an der Pfingstwiese. Dunkle, teils schwarze Qualmwolken türmen sich über dem Gewerbegebiet auf und wälzen sich in Richtung Harzrand. Blaulichter über Blaulichter flackern, und noch immer kommen Feuerwehrfahrzeuge schier im Minutentakt. Vom Boden und hoch oben von der Drehleiter aus sind bereits Löscharbeiten in vollem Gange; eine weitere Gruppe Wehrleute ist dabei, eine Schlauchverbindung zur nahe gelegenen Gethel, einem kleinen Wasserlauf, aufzubauen. Weil die dicken, dichten Qualmwolken über den Ort und auch über die Bundesstraße 185 ziehen und niemand weiß, was in ihnen steckt, werden die Anwohner gebeten, die Türen sowie Fenster geschlossen zu halten, und sperrt die Polizei den Straßenabschnitt ab. Dabei stoßen die Polizeibeamten, die wenige Meter hinter dem Ortseingang stehen und die aus Richtung Ermsleben kommenden Fahrer zurück schicken, auf jede Menge Unvernunft: Da wird gemeckert, darauf bestanden, dass man jetzt unbedingt da durch müsse, ja sogar gefragt, ob man da nicht hätte mal eher Bescheid sagen können. . .

Entdeckt hatte das Feuer Ballenstedts Stadtwehrleiter André Waligora. Gerade in der Stadt unterwegs, hatte er eine verdächtige Rauchentwicklung bemerkt, nachgesehen, als Ort die Halle der Recyclingfirma festgestellt und deshalb sofort Großalarm ausgelöst. Damit wurden ab 15.07 Uhr die Feuerwehren Ballenstedt, Opperode, Badeborn, Radisleben, Rieder, Gernrode und Meisdorf alarmiert sowie zusätzlich auch gleich die Ermslebener Wehr, die ebenso wie die Ballenstedter über eine Drehleiter verfügt. Nachalarmiert wurde die Quedlinburger Wehr.

Vor Ort, wo sich neben einer starken Rauchentwicklung auch extreme Flammen im Inneren der Halle zeigten, wurde damit begonnen, von der Drehleiter herab mit Wasser zu kühlen und zugleich durch die geöffneten Tore die Flammen im Inneren zu löschen, berichtete Holger Kohl, Ortswehrleiter der Ballenstedter Wehr. Zunächst wurde dabei das Nass aus den Wasser führenden Fahrzeugen genutzt, während nachrückende bzw. nicht bei den Löscharbeiten gebundene Einsatzkräfte Wasserversorgungen über Hydranten und aus der Gethel aufbauten.

Nachdem die Quedlinburger mit ihrer Wärmebildkamera festgestellt hatten, dass die Hitze inzwischen so groß ist, dass das Dach einzustürzen droht, mussten die Einsatzkräfte am Boden zurückgezogen werden; es wurde weiter von oben gelöscht. Schließlich war die Hitzeentwicklung so stark, dass die Stahldachkonstruktion nachgab; das Dach stürzte ein, die Flammen schlugen aus dem Gebäude. Über die weiteren Löscharbeiten von den Drehleitern herab und über zwei so genannte Monitore – Strahlrohre, welche auf Füßen stehen – konnten die Flammen schließlich so weit eingedämmt werden, dass die Feuerwehrleute das Gebäude unter größter Vorsicht betreten und Innenlöscharbeiten durchführen konnten. Am Abend brannte die Halle noch immer. „Die Löscharbeiten“, so schätzte Holger Kohl ein, „werden weit bis nach Mitternacht andauern.“

In der Halle waren verschiedene Kunststoffe aus der Recyclingbranche gelagert worden. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass durch das Feuer gesundheitsschädigende Gase austreten, kam auch ein Erkundungsfahrzeug des Landkreises zum Einsatz. Dieses war in der Stadt unterwegs, um Messungen durchzuführen. Dabei haben die Mitarbeiter keine überdurchschnittliche Gefahr feststellen können, erläuterte Holger Kohl.

Am Brandort im Einsatz waren 55 Feuerwehrleute mit mehr als 20 Fahrzeugen, die Polizei, die die Bundesstraße für die Dauer der Löscharbeiten voll sperrte und auch die Anwohner über Lautsprecherdurchsagen informierte, sowie Rettungswagen.

Warum das Feuer in der Lagerhalle ausbrach, ist noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei wird die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen.

Mitteldeutsche Zeitung

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