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Deutschland: Krater verschluckt ein Auto -> Stück Stadt versinkt

Schmalkalden/Suhl (Deutschland): Im thüringischen Schmalkalden hat sich die Erde geöffnet. Das Unglück geschah in der Nacht auf den 1. November 2010 leise und zum Glück ohne Tote. Ein Pkw ist im Krater gelandet. Und das Loch wird von Stunde zu Stunde größer. News.de hat sich mit der Feuerwehr am Krater umgesehen.

Ein Rohrbruch in der Walter-Rathenau-Straße, ein etwa drei mal drei Meter großes Loch – mit dieser Information des Notrufes wurden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schmalkalden gegen 3 Uhr in der Nacht zum Montag aus dem Schlaf gerissen. Doch am Einsatzort war kein Rohr geplatzt. Hier hatte die Erde einen Teil der thüringischen Kleinstadt Schmalkalden verschluckt. «Mitbekommen habe ich nichts, es gab keinen Krach», berichtet Anwohnerin Anne Währa, die mit ihrem Mann unweit der Unglücksstelle wohnt. Hier, über dem Stadtzentrum, leuchtet der Thüringer Wald im Sonnenlicht wohl so schön wie selten sonst im Jahr. Doch ein Teil der Einfamiliensiedlung über dem Zentrum der historischen Stadt wurde verschluckt. Fünf Häuser, 25 Menschen sind evakuiert worden. Laut Medienberichten sind sie schreiend aus ihren Häusern gerannt. Viele sind bei Verwandten untergekommen, einige werden von den Einsatzkräften im Notzelt versorgt.

«Ich bin wach geworden, habe aus dem Fenster geschaut», so Anwohnerin Anne Währa weiter. «Die ganze Straße war voller Einsatzwagen, Notstromaggregate liefen.» Wer in Richtung der Walter-Rathenau-Straße läuft, bemerkt immer mehr Risse im Asphalt, bevor sich der Riesenschlund auftut: Rund 30 mal 40 Meter kann man hier in die rotbraune Erde schauen. Laut Einsatzkräften habe die Polizei das Loch aus der Luft vermessen, es sei 15 Meter tief.

Ein blauer Pkw, der auf der Straße geparkt worden sei, sei in den Erdschlund gerissen worden, berichtet Marco Groeger, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Schmalkalden. Eine Handvoll Kameraden der Feuerwehr Schmalkalden hält Wache unweit des Lochs. Zwei Autos drohen verschluckt zu werden. Immer wieder bröckelt Erde ab, reißen Stücke von Asphalt oder Fundament ins Innere. Die beiden Autos stehen in Garagen – noch. «Die bleiben nicht stehen», sagt einer der Kameraden und zieht wieder an seiner Pfeife. Der Boden unter den Hinterrädern ist bereits weggerissen, ein Garagentor ist bereits im Höllenschlund, ein weiteres hängt am seidenen Faden. Und das Loch wächst immer weiter, vor allem durch Vibrationen im Boden.

Rund 40 Kameraden sind den ganzen Tag bereits vor Ort, 20 Polizisten, Geologen, Hubschrauber, Fernsehteams. Und die Schmalkaldener sind auf den Beinen, an der Absperrung herrscht ein Gewusel. Journalisten interviewen Anwohner, Anwohner diskutieren mit Polizisten, ein Hubschrauber steigt auf, martinsbehornte Einsatzwagen kreischen durch die engen Straßen.

Alle rätseln und mutmaßen über die Gründe. «Es gab hier früher einmal Bunker, also Keller am Hang, die vor Jahrhunderten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln benutzt wurden», erzählt Anwohner Hermann Währa. Auch Jürgen Fuchs hat sich auf den Weg zum Loch gemacht. «Ich denke, der kalksteinhaltige Boden könnte die Ursache sein. Das Wasser spült den Boden aus», sagt der Bauingenieur. Für die Loch-Schau hat er sich eine Pause gegönnt. «Ich bin selbstständig, das muss ich heute Abend nachholen», sagt er.

Auch laut Experten könnte das Wasser für den Riesenkrater verantwortlich sein. Doch eine genaue Erklärung der Unglücksursache gibt es noch nicht. Eine Pressekonferenz am Nachmittag soll Aufschluss geben.

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