Deutschland: 32 Feuerwehrleute im Visier des Staatsanwalts
Werra-Meissner-Kreis (Deutschland): 32 Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis sind bei den Ermittlungen gegen den früheren Kreisbrandinspektor Willi Sußebach und den als SPD-Unterbezirkschef ebenfalls zurückgetretenen Hessisch Lichtenauer Unternehmer Dirk Oetzel ins Visier der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main geraten.
Ende September 2010 flatterte Stadt- und Gemeindebrandinspektoren beziehungsweise Vertretern, Kreisbrandmeistern und Kreisausbildern Post von der Kriminaldirektion Nordhessen ins Haus. Danach werden sie der Vorteilsannahme beziehungsweise Bestechlichkeit verdächtigt, weil sie Anfang Oktober 2005 an einem viertägigen Seminar „mit ausgesprochen touristischem Charakter“ teilgenommen hätten. Und diese Tagung in einem Kongresshotel in Braunlage im Harz sei, so heißt es in dem Schreiben aus Kassel, „mit mindestens 9437,50 Euro“ von Dirk Oetzel beziehungsweise dessen Brandschutzservice-Firma finanziert worden.
Als Beschuldigte werden die Feuerwehr-Führungspersonen nach dem Hintergrund der Veranstaltung vor fünf Jahren gefragt und von wem sie eingeladen wurden. Eingeladen wurden höchste Funktionsträger auf Kreis-, Stadt- und Gemeindeebene seinerzeit vom Kreisausschuss Werra-Meißner, konkret vom damaligen KBI Sußebach. Das Programm sah täglich sechs Stunden kreisweit bedeutsame Feuerwehr-Themen wie Gefahren-ABC-Zug, neue Alarmpläne und Atemschutz vor. Touristische Punkte sind nicht aufgeführt.
Als Seminarkosten wurden nach Informationen der HNA 100 Euro pro Teilnehmer verlangt, die Anreise mussten alle selbst organisieren. Den Stadt- und Gemeindeinspektoren wird dieser Beitrag von der Kommune erstattet. Von einer finanziellen Unterstützung der Tagung ist in der Einladung nichts zu lesen.
