Deutschland: Ärger mit Falschparkern bei Kellerbrand
Schriesheim (Deutschland): Am Ende geriet der Kellerbrand in einem Haus in der Lorscher Straße fast zur Nebensache, weil ihn die Feuerwehr schnell unter Kontrolle hatte. Umso größer war bei den Feuerwehrleuten der Ärger über Falschparker, die ihnen die Arbeit erschwerten.
Gegen halb sechs am frühen Mittwochabend, 20.10.2010 waren die Kameraden alarmiert worden. Der Feierabendverkehr rollte auf der Talstraße so dicht, dass sie kaum ausrücken konnten. In der Lorscher Straße waren die Autos derart unglücklich abgestellt, dass die Feuerwehr nur in Schrittgeschwindigkeit vorwärtskam. Am Ort des Brandes selbst konnte nicht mal das erste Löschfahrzeug gut abgestellt werden, weil dort Fahrzeuge falsch parkten: „Da war kein Weiterkommen mehr“, so Kommandant Oliver Scherer. Auch die Drehleiter war daher nur bedingt zu gebrauchen. Zu diesem Zeitpunkt, erinnerte Scherer, sei nicht mal klar gewesen, wie viele Menschen noch in dem brennenden Haus waren.
Der Kommandant wollte gar nicht erst auf die möglichen verheerenden Folgen eingehen und auch nicht auf die damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen für die Falschparker, die den Feuerwehr-Einsatz behinderten. Als die Kameraden am Einsatzort ankamen, sagte ihnen der Hauseigentümer, dass es im Heizungskeller brenne und dass sich noch Personen im Haus befänden. Eine Mutter war mit ihrem Kind in der Wohnung im Erdgeschoss. Sie konnten ohne Probleme über die Terrasse ins Freie gehen.
Schwieriger war die Situation für eine Frau im Dachgeschoss. Der Rauch ließ eine Flucht über die Treppe nicht zu. Doch die Bewohnerin reagierte besonnen und ruhig. Es bestand keine unmittelbare Gefahr, sodass sie auf dem Balkon wartete, bis der Rauch aus dem Treppenhaus gewichen war. Dann holten sie die Kameraden raus und brachten sie zum Rettungsdienst. Die Bewohnerin war jedoch unversehrt.
Die alarmierten Feuerwehrleute aus Altenbach und Ursenbach mussten nicht direkt eingreifen. Nachdem das Feuer gelöscht war, musste aus dem Pelletsbunker noch Brandrauch abgesaugt werden. Der Sachschaden wird auf etwa 25 000 Euro geschätzt. Eine Person wurde mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Zur Brandursache hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Aus Sicherheitsgründen schaltete die EnBW das Haus stromfrei. Nach zwei Stunden war der 254. Feuerwehreinsatz des Jahres 2010 beendet.
