Deutschland: Großbrand in Ludwigshafener Müllheizkraftwerk
Ludwigshafen (Deutschland): Im Müllbunker der Ludwigshafener Müllverbrennungsanlage ist am Montag, 11. Oktober 2010, kurz vor 14 Uhr ein Großbrand ausgebrochen. Eine dicke, schwarze Rauchwolke…
… zog über den Stadtteil West mit dem Hauptfriedhof und war schon von weitem zu sehen. Anwohner sollten Türen und Fenster geschlossen halten, doch laut Feuerwehr sei von dem ätzend riechenden Qualm keine Gesundheitsgefährdung ausgegangen.
Aus dem neuen Anbau des Müllbunkers, der mit einem Regenbogen bemalt ist und direkt an der Bahnlinie Ludwigshafen nach Mainz liegt, züngelten meterhohe orange-rote Flammen heraus. Der Bahnverkehr wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt und der Strom der Oberleitung abgeschaltet. „Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen. Das Alarmsystem hat rechtzeitig angeschlagen und die rund 50 Mitarbeiter sind in Sicherheit. Der Bunker ist geflutet“, sagte Kalev Kasak, Prokurist der GML-Abfallwirtschaft, am Einsatzort. Die Ludwigshafener Berufsfeuerwehr wurde bei der Brandbekämpfung von der freiwilligen Feuerwehr, der Feuerwehr Mannheim und der BASF-Werksfeuerwehr unterstützt. Insgesamt waren 86 Feuerwehrmänner, 25 Polizisten und zehn Rettungssanitäter im Einsatz.
„Der Brand ist weitgehend gelöscht, die Brandwache und die Bauaufsicht wegen der Statik sind noch vor Ort. Die Ursache und die Höhe des Schadens sind noch unklar“, sagte Bürgermeister Wilhelm Zeiser bei der Pressekonferenz am Montagabend bei der städtischen Feuerwehr Ludwigshafen.
Feuerwehr-Führungsdienstbeamter Ralph Schütz schilderte die Lage beim Eintreffen der Einsatzkräfte: „Der Müllbunker, in dem Hausmüllabfälle bevorratet werden, hat in voller Breite gebrannt. Durch die hohe Wärmeentwicklung ist auch das Dach in Mitleidenschaft gezogen worden. Während wir über zwei offene Tore über die Verladerampe der Anlieferungsstelle angreifen konnten, war die Brandbekämpfung im neuen Teil hinter der 18 Meter hohen Wand schlecht zugänglich. Den Löschangriff haben wir über einen Außenpodest durchführen können. Während der Löscharbeiten hörten wir massives Betonknacken.“
Peter Friedrich, Leiter der städtischen Feuerwehr, lobte das „hervorragende Zusammenspiel der Einsatzkräfte“, ging auf die leicht erhöhten Wert der Rauchwolke ein und gab Entwarnung. „Es gab keine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung. Die Luftproben werden derzeit noch ausgetestet“, erklärte Friedrich.
„Der Bunker muss wegen des Wochenendes relativ leer gewesen sein. Es können rund 1.000 bis 2.000 Tonnen Müll gewesen sein“, erklärte Dr. Thomas Grommes, Geschäftsführer der GML-Abfallwirtschaft GmbH, die die Müllverbrennungsanlage betreibt. Dort werden jährlich rund 180.000 Tonnen Müll aus der Vorderpfalz und den angrenzenden Regionen von Alzey über Bad Dürkheim und Worms bis Speyer verbrannt.
Bis auf Weiteres kann jetzt bei der GML kein Müll mehr angeliefert werden. Für die Dauer des Stillstands sicherte Grommes allerdings wegen des Abfallverbund-Netzwerkes zu, dass die Entsorgesicherheit für die beteiligten Kommunen gesichert ist.
