Sbg: Autofahrer ignorieren immer öfter Blaulicht
Salzburg: Salzburgs Einsatzorganisationen beobachten zunehmende Ignoranz von Autofahrern bei Einsatzfahrten.
Unnötiger Zeitverlust sei die Folge, beklagen die Verantwortlichen.
„Gefahr von Unfällen steigt“
Blaulicht und Folgetonhorn reichen immer öfter nicht mehr aus – für freie Fahrt zu Unfall, Großbrand oder Banküberfall. Gefährliche Situationen sind die Folge – oft könnten Unfälle gerade noch verhindert werden, kritisieren Verantwortliche von Einsatzorganisationen.
„Gefährliche Notfall-Einsätze“
Innerhalb von 40 Sekunden rückt die Salzburger Berufsfeuerwehr nach einem Notruf aus – im Jahr 2009 zu genau 3462 Einstätzen. Dabei würden die Feuerwehrmänner aber immer wieder wertvolle Zeit durch unachtsame, ignorante, aber auch egoistische Fahrzeuglenker verlieren, beklagt Branddirektor Eduard Schnöll.
„Es kommt immer wieder vor, dass uns Autofahrer nicht hören oder sehen (wollen). Und in diesen Fällen wird es für uns gefährlich.“
„Schon zu viele Autos mit Blaulicht am Dach“
Im Extremfall werden Einsatzfahrzeuge in Unfälle verwickelt. Die Stadtfeuerwehr Seekirchen bekommt vor der Zeugstätte jetzt einen Kreisverkehr – auch deshalb, weil die Einsatzfahrzeuge oft minutenlang warten mussten, bis sie endlich ausfahren konnten. Immer öfter würden Autofahrer den Weg einfach nicht frei machen, ärgert sich Stadtfeuerwehrkommandant Hans Gschaider.
„Ein gewisses Problem ist aus meiner Sicht auch, dass einfach schon zu viele Autos ein Blaulicht am Dach drauf haben. Dadurch wird das Blaulicht immer häufiger ignoriert.“
„Retter müssen sich Weg hart erkämpfen“
Verschiedene Handwerker-Ntdienste oder Abschleppwagen seien hier gemeint. Auch für die Wasserretter werde der Weg zum Einsatz immer schwieriger, ergänzt Dieter Strohmayer von der Wasserrettung am Wallersee.
„Die Blaulicht-Fahrzeuge müssen sich ihren Weg zum Einsatzziel richtig hart erkämpfen. Wenn wir da von Autos aufgehalten werden, die das Blaulicht einfach nicht wahrnehmen oder wahrnehmen wollen, dann ist das schon sehr problematisch.“
„Lenker oft durch Telefonieren abgelenkt“
Autolenker würden Einsatzfahrzeuge oft zu spät sehen oder seien abgelenkt – etwa durch Telefonate während der Fahrt. Zudem würden viele Lenker nicht richtig oder gar nicht ausweichen, berichtet Werner Nini vom Salzburger Roten Kreuz.
„Wir beobachten bei den Einsatzfahrten, dass es zunehmend schwieriger wird, auf die Reaktion der Verkehrsteilnehmer zu achten. Der Rettungsfahrer muss dann letztlich abschätzen, wie ein solcher Autolenker reagiert, und er muss dem entsprechend voraus schauend fahren.“
„Rechts blinken, an den Rand fahren“
Dabei haben Einsatzfahrzeuge – rechtlich gesehen – immer Vorrang, betont Rainer Kolator vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.
„Man sollte als Autolenker vorausberechenbar bleiben und im Fall des Falles beispielsweise recht blinken oder an den Rand fahren und stehen bleiben.
Behinderung von Einsatzfahrzugen ist kein Kavaliersdelikt, die Polizei straft ab 35 Euro vor Ort, unbelehrbare Autolenker werden anzeigt.“
