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Deutschland: Bahn-Fahrstuhl wird erneut zum „Gefängnis“

Solingen (Deutschland): Die unendliche Geschichte mit Solingens Bahnhof-Aufzügen hat eine Fortsetzung gefunden:

Am 13. September 2010 gegen 14 Uhr blieb erneut der Personenaufzug am Bahnhof Mitte stecken. Vier Schüler zwischen 14 und 16 Jahren waren fast zweieinhalb Stunden eingesperrt, ehe sie die Feuerwehr aus dem unfreiwilligen Gefängnis befreite.

Die vier Jungs wollten mit der Regionalbahn 47 nach Ohligs fahren und hatten deshalb den Aufzug zum Bahnsteig benutzt. Doch die Fahrt wurde zum Alptraum: In einer Höhe von vier Metern – damit quasi zwischen den „Etagen“ – blieb der Aufzug stecken. Das Quartett machte durch Rufe auf sich aufmerksam und alarmierte über Handy die Feuerwehr. Die rückte sofort aus: Beamte beruhigten die vier Jugendlichen, die sich ausgesprochen besonnen verhielten und trotz der räumlichen Enge nicht in Panik gerieten.

Notsteuerung des Aufzugs funktionierte erneut nicht
Dann aber musste die Feuerwehr feststellen, dass – wie schon mehrfach in den letzten zwei Jahren – erneut die Notfalleinrichtung des Aufzugs nicht funktionierte. Mit der Notsteuerung kann man den Lift bei Ausfall noch nach oben oder nach unten fahren und so Eingeschlossene befreien. Aber auch der von der Feuerwehr hinzugezogene Notfalldienst einer Wach- und Schließgesellschaft konnte den Fahrstuhl nicht in Bewegung setzen. Die Feuerwehr schaltete daraufhin die Deutsche Bahn ein. Sie ist als Eigentümerin für den sicheren Betrieb des Aufzugs verantwortlich. Doch auch sie konnte nach Auskunft der Feuerwehr gestern Nachmittag keinen Techniker der Wartungsfirma mehr erreichen und gab schließlich „grünes Licht“ für die Zerstörung der gläsernen Lift-Tür.

Während sich die Schüler mit ihren Jacken vor den Splittern des Sicherheitsglases schützten, wurde die Scheibe mit einem Spitzbeil eingeschlagen. Erst jetzt konnte das Quartett befreit werden. Die Jungs, die zukünftig „nie mehr diesen Aufzug benutzen“ wollen, stiegen über Steckleitern ins Freie. „Wir können nur froh sein, dass es sich hier um ausgesprochen mobile und besonnene Jugendliche handelt. Nicht auszudenken, wenn es ältere Menschen oder Schwerbehinderte mit Rollstuhl gewesen wären“, sagte ein besorgter Einsatzleiter Michael Einhoff. Mit der Zertrümmerung der Scheibe droht jetzt wieder ein wochenlanger Ausfall des Aufzugs.

Solinger Tageblatt

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