USA: Großbrand San Francisco: Suche nach möglichen weiteren Opfern
San Francisco (USA): Nach einer heftigen Gasexplosion und einem anschließenden Großfeuer in San Francisco haben Einsatzkräfte mit Spürhunden nach möglichen weiteren Opfern gesucht.
Mindestens vier Menschen kamen bei dem Brand ums Leben, mindestens 50 Menschen wurden nach jüngsten Angaben zum Teil schwer verletzt. „Es war ziemlich verheerend. Teilweise sehen einige Gebiete wie eine Mondlandschaft aus“, sagte der Feuerwehrchef des betroffenen Stadtviertels San Bruno, Dennis Haag. Das Feuer erfasste am frühen Donnerstagabend mehrere Straßenzüge in San Bruno.
37 Häuser wurden am 9. September 2010 völlig zerstört, von einigen standen am Freitag nur noch die Schornsteine inmitten von rauchenden Trümmern. Acht Häuser wurden von den Flammen schwer beschädigt, Dutzende weitere leicht. Ausgebrannte Fahrzeuge säumten aschebedeckte Straßen. Augenzeugen zufolge schoss nach der Explosion ein Feuerball rund 300 Meter in die Höhe. Die Menschen flüchteten panisch vor den Flammen. Auslöser der Explosion war offenbar eine gebrochene Gasleitung. An ihr entstand ein riesiger Krater. Einige Anwohner berichteten, in dem Gebiet habe es in den vergangenen Wochen nach Gas gerochen. Der Gasversorger, dem die Leitung gehört, erklärte, er gehe den Berichten nach. An der Leitung sei am Donnerstag nicht gearbeitet worden.
Viele Bewohner konnten nicht mehr als ihr eigenes Leben retten. Freddy Tobar packte gerade noch seinen Chihuahua und rannte ins Freie, als die Flammen sein Haus erfassten. Er erlitt Verbrennungen zweiten Grades an den Armen und im Gesicht. Gemeinsam mit seiner Frau Nora verfolgte er dann in einer Notunterkunft in den Fernsehnachrichten, wie ihr Haus bis auf die Grundmauern niederbrannte. „Wir müssen wieder bei Null anfangen“, sagt Nora Tobar. „Wenn man darüber nachdenkt, ist es zu traurig. Aber das Wichtigste ist, dass wir am Leben sind.“ Betroffene Bewohner sollten aus Sicherheitsgründen frühestens am (heutigen) Samstag in das Viertel zurückkehren dürfen, um nach ihren Häusern oder deren Ruinen zu sehen.
Das Unglück in Kalifornien hat auch eine Debatte über die Sicherheit des mehr als 450.00 Kilometer umfassenden Gasleitungsnetzes in den USA ausgelöst. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden nach offiziellen Angaben 2.840 größere Unfälle an Gasleitungen registriert, in 992 Fällen gab es Tote oder Verletzte. Mehr als 60 Prozent der Leitungen sind mehr als 40 Jahre alt, fast die Hälfte wurden inoffiziellen Zahlen zufolge in den 50er und 60er Jahren installiert. Vielen von ihnen fehlt ein Korrosionsschutz, wie er heute üblich ist.
