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Deutschland: Kupferdiebe brachten sich selbst in Lebensgefahr

Dortmund (Deutschland): Explosionsgefahr in Dorstfeld: Nachdem Kupferdiebe die Gasleitung in einem leer stehenenden Haus an der Wittener Straße angesägt hatten, füllte sich der Keller mit Gas. Ein Großaufgebot der Feuerwehr sicherte die Lage

Eine Mischung aus bodenlosem Leichtsinn und einer Portion Dummheit hätte am 7. September 2010 Dorstfeld ein Unglück bescheren können: Kupferdiebe waren in ein leerstehendes Haus an der Wittener Straße eingedrungen und hatten im Keller begonnen, Kupferleitungen herauszusägen. Dummerweise vor dem Hauptschieber. Als das Gas begann auszuströmen ergriffen sie die Flucht – gaben aber keinen Alarm. Passanten, die später schon draußen das Gas riechen konnten, alarmierten DEW21 und Feuerwehr. Die Beamten fanden bereits beim Betreten des Hauses, wie Feuerwehr-Sprecher Thomas Osthoff mitteilte, ein „explosionsfähiges Gemisch“ vor.

Einbrecher beim Metall-Sägen selbst in Lebensgefahr
Mal ganz abgesehen von Nachbarn und Passanten: Nicht nur, dass sich die Einbrecher beim Sägen durch mögliche Funkenbildung selbst gefährdeten, „auch unsere Leute kriegen das Leck nur dicht, wenn sie reingehen“, so Osthoff weiter. Schließlich gelang es, die Stelle mit einer Paste abzukleben und das Gas mit Hilfe wasserbetriebener Lüfter rauszudrücken. Für die Dauer der Arbeiten wurde die untere Wittener Straße für den Fuß- und Autoverkehr gesperrt.

Für Jessica Pottwald und Alexandra Uhlig war die Aktion ebenfalls mit einem Erschrecken verbunden. „Erst ein paar Tage in der Schule und schon solch eine Aufregung“, so Uhlig und meint ihre Tochter. Ihre Kinder gehen in die Funke-Grundschule – und die lag sozusagen im Sperrbezirk von 200 Metern Radius. Man hat nicht gerne eine explosionsgefährdete Immobilie in der Nähe einer Schule. „Ich hab’ nur die ganzen Wagen gesehen und einen Schreck gekriegt“, sagte Jessica Pottwald.
Zuerst hatte man angenommen, das Loch sei ein Außenleck in der städtischen Leitung, weil man draußen den Geruch wahrnehmen konnte. Erst später entpuppte sich der Keller als „Tatort“. Ein Bagger rückte trotzdem an, die DEW21 ließ das Haus von der städtischen Leitung abkoppeln.
Die Aktion wirft nochmal ein Licht auf die bereits jahrelang leerstehenden und ziemlich heruntergekommenen Häuser der Nummern 38 und 40. Für Nachbar Götz Kalthoff ein absolutes Ärgernis. Die Politik blockiere eine andere Nutzung als die als Wohnraum. Eingekeilt zwischen Bahngleisen und der Nordsüd-Achse NS 9 fände man allerdings keine Mieter, so Hausverwalter Peter Porhansl. Allenfalls Einbrecher. Er geht davon aus, dass man nun noch einmal einen Vorstoß probieren wolle, um die Häuser einer anderen Nutzung zuzuführen.

Der Westen

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