Deutschland/Pakistan: Feuerwehrmänner ins Hochwasser-Krisengebiet
Deutschland/Pakistan: Schon nach dem Erdbeben in Haiti hat der Verein Navis dort wertvolle Hilfe geleistet. Jetzt wird eine Mission für Pakistan gestartet. Zwei Mitglieder der Flughafen-Feuerwehr fliegen per 18. August 2010 ins Krisengebiet.
Am Dienstag, 17. August, hatte der Navis-Vorstand zusammen mit Mitgliedern des in Moosburg situierten Vereins die Entsendung eines Fact Finding Teams in die vom Hochwasser zerstörten Gebiete beschlossen. Dieses Team soll die Lage klären, um detaillierte Informationen für eine mögliche Einsatzentscheidung zu erhalten. „Wir wollen erst einmal die Situation vor Ort sondieren“, schildert Navis-Vorsitzender Wolfgang Wagner die Lage. Sein Vize Stephan Zobel, der bei der Feuerwehr des Flughafens München arbeitet, fliegt mit seinem Kollegen Walter Unger und dem Mediziner Dr. Gerhard Schlenk morgen ins Krisengebiet. „Unser Team will dort genau erkunden, was gebraucht wird und wie wir helfen können“, ergänzt Dr. Thomas Geiner aus Hallbergmoos, leitender Arzt bei Navis. „Was wird dort genau gebraucht? Wie ist die Sicherheitslage? Welche Transportmöglichkeiten gibt es? Das sind die wichtigsten Fragen.“
In erster Linie geht es um die Wasseraufbereitung, erklärt Wagner. „Allerdings bewegen wir uns dort auf gefährlichem Boden“, verweist er auf die mögliche Gefährdung durch Taliban-Kämpfer. „Deswegen werden wir vor Ort Kontakt mit den Behörden bis hin zur Deutschen Botschaft aufnehmen.“
Laut Geiner wird das Fact Finding Team etwa 14 Tage im Krisengebiet in Pakistan bleiben. „Wenn wir uns dazu entscheiden, einen Hilfstrupp runterzuschicken, dann wird unsere Vorhut die neue Gruppe empfangen und einweisen.“ Das werde spätestens Anfang September geschehen. Der leitende Arzt von Navis kündigt an, dass man dann ein mobiles Lazarett und Trinkwasseraufbereitungsanlagen nach Pakistan fliegen werde. Beides hatte in Haiti und auch nach dem Tsunami in Sri Lanka unschätzbare Dienste geleistet. Tatkräftig unterstützt wird die Organisation von der Flughafenfeuerwehr, bei der gegebenenfalls die Einsatzzentrale für die Aktion Pakistan eingerichtet wird.
Heute, 18. August 2010, um 11 Uhr wird Wagner das Voraus-Team im Terminal 1 am Check In-Schalter der Ethiad Air verabschieden. Die Aktion hing allerdings am seidenen Faden. Gestern erfuhren die Verantwortlichen, dass die drei zur Einreise in Pakistan ein Visum brauchen. Aber auch dieses Problem wurde gelöst. Zobel gestern Nachmittag zur Heimatzeitung: „Ein Kollege fliegt gerade nach Berlin. Die dortige Botschaft macht für uns Überstunden bis 21.30 Uhr und stellt die Dokumente aus. Am Donnerstag kommt er mit der ersten Maschine zurück nach München und bringt uns die Visa.“ Zobel erinnert daran, dass Navis dringend auf Spenden angewiesen ist: „Das kostet alles viel Geld.“
Spenden können auf das Konto 41 40 00 bei der Sparkasse Moosburg (BLZ: 74 35 17 40) eingezahlt werden. Wegen des Versands von Spendenquittungen sollte im Überweisungsträger-Feld „Vermerke“ die Adresse angegeben werden.
