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Deutschland: Flut -> Katastrophen-Alarm in Teilen Sachsens, mehrere Tote

Sachsen (Deutschland): Horror-Hochwasser in Sachsen: Durch heftigen Regen stiegen die Flusspegel rasend schnell an. Mindesten vier Menschen fanden den Tod. Im sächsischen Neukirchen wurden…

… drei Menschen von den Wassermassen überrascht und ertranken in ihrem Keller. Die Feuerwehr entdeckte ihre Leichen beim Auspumpen. Bei den Toten handelte sich nach Polizeiangaben um eine 72-jährige Frau, deren 74-jährigen Ehemann und einen 63-jährigen Mann, die Mieter in dem betroffenen Mehrfamilienhaus waren. Offenbar waren sie durch in das Gebäude eindringendes Wasser alarmiert worden und wollten Gegenstände aus dem Keller bergen. Dabei wurden sie von dem schnell ansteigenden Wasser überrascht und ertranken. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln.
Der vierte Tote wurde in Polen von den Fluten mitgerissen.

• Im Erzgebirgskreis wurde das Umspannwerk Jahnsdorf überflutet, bei 5700 Kunden fiel daher zeitweise der Strom aus. In Chemnitz wurden laut Stadtverwaltung 26 Trafo-Stationen in den vom Hochwasser betroffenen Bereichen vom Netz genommen. 5000 Haushalte waren damit ohne Stromversorgung.

• Im Landkreis Görlitz wurde nach den Regenfällen Katastrophenalarm ausgelöst. Teile der Stadt Zittau stehen unter Wasser und mussten evakuiert werden, teilte das Landratsamt Görlitz mit. „Hier herrscht absolutes Chaos, das übertrifft alles bisher Dagewesene“, sagte ein Polizeisprecher.

Es gebe Verletzte und Eingeschlossene. Die Pegel der Lausitzer Neiße und des Flüsschens Mandau waren in kurzer Zeit stark angestiegen. Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei, Sanitäter und Betreuer sowie das Technische Hilfswerk sind im Einsatz. Große Teile von Zittau sind weiträumig gesperrt und nicht mehr zugänglich.

• Auch für Teile der Sächsischen Schweiz ist am Samstagabend, 7. August 2010, Katastrophenalarm ausgerufen worden. Er gilt für Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau und die Gemeinde Kirnitzschtal. Grund sind die Wassermassen in zahlreichen Bergflüssen, die nach Starkregen teilweise über die Ufer getreten seien.

Gefährlich war die Situation auch, weil auf polnischer Seite der Witka-Staudamm barst und das überlaufende Wasser in Neiße schoss. Die Flutwelle floss die Neiße abwärts und wurde für 22 Uhr in Görlitz erwartet. Hier wurde mit einem sehr schnellen Anstieg der Pegel gerechnet.

• Viele Menschen versuchten, ihre Autos vor den Fluten in Sicherheit zu bringen. Polizisten forderten die Bewohner gefährdeter Gebiete in Görlitz und weiter Flussabwärts per Lautsprecherdurchsage auf, ihre Häuser zu verlassen und sich in höher gelegene Gebiete zu begeben.

Express.de

Die Flut kommt: Hochwasserdrama in Sachsen
[i]Acht Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002 ist Sachsen am Wochenende, 7. und 8. August 2010, erneut von einer Flutkatastrophe heimgesucht worden.

Nach schweren Regenfällen mit Rekordmengen bis zu 160 Liter pro Quadratmeter und dem Bruch einer Staumauer in Polen überschwemmten die Wassermassen der Neiße und anderer Flüsse Straßen und ganze Ortschaften. Mehr als 1.400 Menschen wurden evakuiert, insgesamt starben im Dreiländereck Deutschland/Polen/Tschechien mindestens acht Menschen. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig sprach von einer „sehr ernsten Lage“, teilweise wurde Katastrophenalarm ausgelöst.

Kritisch war die Lage im Landkreis Görlitz, aber auch im Raum Zittau und Weißwasser sowie rund um Chemnitz. Der Pegel der Neiße in Görlitz lag am Sonntagvormittag bei 7,07 Metern – normal ist zu dieser Jahreszeit ein Stand von 1,70 Metern. In den kommenden Stunden werde ein weiterer Anstieg auf 7,20 Meter erwartet, sagte der Pressesprecher des sächsischen Umweltministeriums, Andreas Kunze. Für die Spree in der Lausitz galt die höchste Hochwasserwarnstufe 4. Im Bereich der Elbzuflüsse sei es neben Hochwasser auch zu Erdrutschen gekommen.

Entwarnung konnte auch am Sonntag noch nicht gegeben werden. Aktuell entspanne sich die Lage zwar vorübergehend, nachdem der Dauerregen nach Nordosten abgezogen sei, erklärte der Deutsche Wetterdienst. Von Westen ziehe aber schon wieder ein neuer Tiefausläufer mit weiteren Schauern und Gewittern heran.

Im sächsischen Neukirchen wurden am Samstag beim Auspumpen eines Kellers die Leichen von zwei Männern und einer Frau im Alter zwischen 63 und 74 Jahren gefunden. Wie die Polizei in Chemnitz mitteilte, hatten sie offenbar versucht, ihr dort befindliches Hab und Gut vor den eindringenden Wassermassen zu retten, und waren dabei ertrunken. In Tschechien ertranken vier Männer. Ein weiterer Hochwassertoter wurde in Polen gemeldet.

Wohngebiet überschwemmt
Im Landkreis Görlitz herrschte seit Samstagnachmittag, 7. August 2010, 16.00 Uhr, Katastrophenalarm, später kamen Teile der Sächsischen Schweiz hinzu. Der Sprecher des Innenministeriums, Frank Wend, sagte in der betroffenen Region sei es das schlimmste Hochwasser seit über 100 Jahren. Mehrere Orte und Ortsteile wurden wegen Überschwemmungen der Neiße und Mandau evakuiert. In Zittau wurde ein Wohngebiet überschwemmt, so dass die Menschen dort eingeschlossen waren. Zudem mussten der Zugverkehr teilweise eingestellt und die Autobahn 72 vorübergehend gesperrt werden.

Erheblich verschärft hatte sich die Lage nach dem Bruch einer Staumauer am polnischen Fluss Witka bei Radmeritz in der Nähe der deutschen Grenze. Der sächsische Innenminister Ulbig sagte im Sender NDR Info, dadurch seien zusätzliche Wassermassen in das ohnehin schon von Hochwasser betroffene Gebiet geströmt. „Die Feuerwehr, die Polizeikräfte tun das, was in ihren Kräften steht“, fügte er hinzu. Schäden gab es auch an historischen Häusern in der Görlitzer Altstadt. Auch das Deutsche Rote Kreuz war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz, darunter Luftretter mit Spezialausbildung. Zudem wurden Hubschrauber zur Rettung der von den Fluten bedrängten Menschen eingesetzt.

Neben Innenminister Ulbig begab sich am Sonntag, 8. August 2010, auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich ins Katastrophengebiet, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Ein für Montag geplantes Treffen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit seinem polnischen Amtskollegen zur Sicherheit im Grenzgebiet wurde wegen der Hochwasserkatastrophe abgesagt.
Auch Brandenburg und Sachsen-Anhalt betroffen

Hochwasser wurde auch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt erwartet, wenn auch nicht mit so dramatischen Auswirkungen wie in Sachsen. Kritisch war die Lage zudem in Tschechien, wo ebenfalls mehr als 1.000 Menschen vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht werden mussten. In Chrastava an der Lausitzer Neiße und der am Nebenfluss Smeda gelegenen Ortschaft Frydlant wurden mehrere Einwohner mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser gerettet.

In der südpolnischen Stadt Bogatynia standen drei Viertel aller Straßen unter Wasser. Aber auch in Bayern sorgten die Regenmassen für Probleme. Der Dauerregen brachte sogar den Starnberger See zum Überlaufen, wie Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst berichtete.

Neue Presse

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