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Deutschland: Alarmierte Feuerwehr entdeckt Haschplantage im Schrank

Düsseldorf (Deutschland): Als Nachbarn am Samstagnachmittag, 31. Juli 2010, die Feuerwehr alarmierten, weil aus einer Wohnung an der Ludwigshafener Straße Rauch wahrzunehmen war, ahnten sie nicht, dass die beiden 28-jährigen Wohnungsinhaber nicht als Brand-Opfer, sondern als potenzielle Drogentäter anschließend mit der Polizei zu tun haben würden.

Die Männer waren nicht zuhause gewesen, als der Schwelbrand entdeckt wurde, die Feuerwehr musste sich gewaltsam Zutritt zu der Wohnung verschaffen, die sie als Ursprung des Brandgeruchs ermittelt hatte.

Gewächshaus-Technik kokelte: Statt der befürchteten Flammen entdeckten die Feuerwehrleute aber in einem Kleiderschrank eine kleine Drogenplantage. Die zur Aufzucht und Pflege von Marihuana nötigen Gerätschaften (spezielle Lampen, Luftbefeuchter und ähnliches) hatten den Schwelbrand verursacht. Der war schnell beendet, der Sachschaden blieb minimal, wie die Feuerwehr mitteilte.

Statt, wie sonst nach einem Feuer üblich, die Brandermittler der Polizei einzuschalten, rief die Feuerwehr diesmal die Drogenfahnder zum Tatort, die sieben Töpfe mit Cannabis beschlagnahmten und das Zucht-Equipment sicherstellten. Noch während die Beamten bei der Arbeit waren, kehrten die mutmaßlichen Hobby-Gärtner zurück, wurden festgenommen und befragt. Nach ihren Vernehmungen wurde das Paar wieder auf freien Fuß gesetzt. Beiden droht ein Verfahren wegen Anbaus und Besitzes von Marihuana.

So genannte Indoor-Plantagen machen Polizei und Drogenberatern seit einigen Jahren wachsende Sorgen. Der Wirkstoffgehalt der so gezogenen Pflanzen übersteigt den des vergleichsweise harmlosen Joints der 1970er Jahre um ein Vielfaches. Und das Geschäft ist zwar aufwändig, aber lukrativ: 100 Hanfpflanzen bringen etwa vier Kilogramm Rauschgift, das bedeutet rund 32 000 Euro Drogengeld pro Ernte.

Eine Großplantage mit mehr als 3000 Cannabis-Pflanzen war vor einem Jahr in einer leerstehenden Discothek an der Ackerstraße ausgehoben worden. Auch dort war die Gewächshausanlage in Brand geraten und dadurch entdeckt worden – die bislang größte in Düsseldorf. Fünf Männer, deren Plantage in einem Fabrikgebäude an der Fichtenstraße verraten worden war, sind inzwischen zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Das muss das Pärchen mit den sieben Pflanzen im Kleiderschrank wohl nicht befürchten.

RP online

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