Medien / Fotografen

Deutschland: Feuerwehr-Bericht von Loveparade belastet Polizei

Duisburg (Deutschland): Der Einsatzleiter der Feuerwehr hat die Polizei unmittelbar vor dem Unglück auf der Duisburger Loveparade vor einer Sperrung der Zugangsrampe zum Veranstaltungsgelände gewarnt.

Das geht aus einem internen Schreiben hervor, das der «Rheinischen Post», der «Bild»-Zeitung und den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Samstagausgaben) vorliegt.

In dem Bericht der Feuerwehr Duisburg ist dokumentiert, dass der Verbindungsbeamte der Polizei die Feuerwehr darüber informiert hat, dass die Zulauframpe «kurzfristig» gesperrt werden soll. Der Einsatzleiter der Feuerwehr entgegnete laut dem Feuerwehr-Bericht, «dass diese Maßnahme aus einsatztaktischer Sicht sehr problematisch ist. Aus diesem Grund ist die Feuerwehr dagegen».

Weiter heißt es in dem Bericht, «nach kurzer Diskussion» sei vereinbart worden, dass einer Sperrung nur zugestimmt werden könne, wenn «der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird». Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der weitere Besucherzustrom in den Tunnel aber offenbar nicht unterbunden.

Das Papier entstammt den Medienberichten zufolge dem Einsatztagebuch der Feuerwehr zur Loveparade. Es wurde demnach als Gedächtnisprotokoll des Vorgangs vom Einsatzleiter der Feuerwehr um 1.09 Uhr in der Nacht nach der Katastrophe verfasst und beschreibt die Vorgänge, die schließlich zur Massenpanik führten. Demzufolge sah die Feuerwehr offenbar die Polizei und nicht den Veranstalter in der Pflicht, den Tunnel zu sperren, damit es nicht zu einem Chaos im Eingangsbereich des Loveparade-Geländes kommt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich auf ddp-Anfrage nicht zu den Medienberichten äußern. Aus Polizeikreisen wurden die Vorwürfe zurückgewiesen. Demnach hätten die Ordner des Veranstalters zugesagt, die Schleusen zum Tunnel bei zu großem Publikumsandrang zu schließen. Dies sei entgegen der Absprache mit der Polizei nicht geschehen, hieß es. Dadurch sei es zu dem großen Andrang gekommen, der dann an der Rampe zu der Massenpanik geführt habe.

Bei dem Unglück waren am 25. Juli 2010 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden.

Yahoo News

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert