Übungen

Bgld: Einsatzübung von Feuerwehr und Rotem Kreuz auf der B50

Breitenbrunn (Bgld): 01. August 2010 – Die Bundesstraße 50 zwischen Eisenstadt und Neusiedl am See durchquert den Feuerwehrabschnitt 1 im Bezirk Neusiedl am See und den Feuerwehrabschnitt 1 im Bezirk Eisenstadt-Umgebung.

Sie wird von ca.15000 KFZ pro Tag frequentiert. Das Einsatzaufkommen für die die Einsatzkräfte ist entsprechend hoch.

Das Einsatzspektrum reichte bis dato vom Freimachen und Reinigen der Straße bis zum Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen. “B50 Worst – Case Scenario“ steht für einen angenommenen technischen Großeinsatz auf der Bundesstraße 50 wie er sich jederzeit ereignen kann.

Aus diesem Grund wurde am 30.07.2010 mit ca. 170 Feuerwehrkameraden und Rot-Kreuz Mitarbeitern eine gemeinsame Großübung durchgeführt.

Übungsschwerpunkte für die Einsatzkräfte waren:
*) Die Zusammenarbeit zwischen den Blaulichtorganisationen,
*) Der Aufbau einer Führungsstruktur bei einem Technischen Großeinsatz,
*) Sowie die Koordinierung und die rasche Umsetzung der notwendigen Rettungsmaßnahmen.

Um eine möglichst realistische Situation nachzustellen, wurden für die Übung drei Einsatzszenarien verteilt über eine Straßenlänge von über 500 Metern vorbereitet.

Erstes Einsatzszenario:
Ohne auf den Vorrangverkehr zu achten, fährt ein Pkw an einem späten Nachmittag aus einem Feldweg kommend auf die Bundesstraße B50 auf. Ein mit Erwachsenen und Kindern vollbesetzter Reisebus fährt zum selben Zeitpunkt auf den Pkw zu. Um einen Zusammenstoss mit dem Pkw zu verhindern, versucht der Lenker des Busses ein Ausweichmanöver. Der Bus gerät dabei ins schleudern, kippt auf die Seite und kommt auf der Straßenböschung zu liegen. Im Bus werden mehrere Personen teilweise leicht bzw. lebensbedrohlich schwer verletzt eingeklemmt. Die Lenkerin eines nachkommenden Pkw verständigt über die Notrufnummer 144 den Rettungsdienst und über die Notrufnummer 122 die Feuerwehr.

Übungsschwerpunkt bei diesem Szenario war die koordinierte Rettung vieler Verletzter zwischen den verschiedensten Einsatzorganisationen und der Aufbau von Führungsstrukturen. Bereits nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich, dass diese nicht wie bei Übungen üblich mit Übungspuppen konfrontiert wurde, sondern mit ca. 30 geschminkten „Unfallopfern“ konfrontiert wurden. Die Einsatzkräfte konnten ihre Aufgaben erfolgreich erledigen.

Zweites Einsatzszenario:
Innerhalb kürzester Zeit bildeten sich in beide Fahrtrichtungen kilometerlange Staus. Es kam zu zahlreichen Auffahrunfällen mit teilweise leicht bzw. lebensbedrohlich schwer verletzt eingeklemmten Personen. Einige Autofahrer konnten zwar ausweichen, blockieren jedoch mit ihren Fahrzeugen die Zufahrt für die Einsatzkräfte zum Busunfall. Das Einsatzgebiet erstreckte sich inzwischen auf eine Länge von ca. 300 m.

Übungsschwerpunkte bei diesem Szenario waren die Rettung vieler Verletzter, der Aufbau weiterer Führungsebenen und die organisierte Bearbeitung des großflächigen Einsatzbereiches unter erschwerten Bedingungen. Die beengten Platzverhältnisse und die erschwerte Zu- und Abfahrt zu den Einsatzstellen wurde von den Einsatzkräften organisatorisch rasch bewältigt. Mittlerweile wurden von der Feuerwehr an die 20 Personen aus ihrer misslichen Situation gerettet und vom Roten Kreuz versorgt.

Drittes Einsatzszenario:
Auf der anderen Seite, des durch den Busunfall hervorgerufenen kilometerlangen Staus steht ein mit gefährlichen Stoffen beladener Tankwagen. Der Fahrer stand unter starkem Zeitdruck und versuchte deshalb sein Fahrzeug zu wenden. Der Tankwagen kam dabei von der Straße ab und kippte über die Böschung. Der Fahrer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert, der Tank wurde leck und der gefährliche Stoff trat aus. Das Einsatzgebiet hat sich inzwischen auf eine Länge von ca. 500 m vergrößert.

Übungsschwerpunkte bei diesem Szenario war der Aufbau eines zusätzlichen Einsatzabschnittes. Durch den Austritt des gefährlichen Stoffes waren weitere Personen in Gefahr. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten mit Hilfe einer speziellen Schutzbekleidung das Leck abdichten und somit die organisierte Bearbeitung des Einsatzbereiches unter erschwerten Bedingungen ermöglichen.

Erschwerend gegenüber herkömmlichen kleinen Einsätzen waren:

*) Zahlreiche Unfallopfer (ca. 60 Personen)
*) Teilweise erschwerte Zugangs- und Zufahrtsmöglichkeiten zur unmittelbaren Einsatzstelle
*) Großes in die Länge (bis zu 500 m) gezogenes Einsatzgebiet
*) Dadurch notwendig die Unterteilung des Einsatzgebietes in mehrere Einsatzbereiche
*) Koordinierung vieler Einsatzkräfte erforderlich

Durch die Übung wurden wesentliche positive Erkenntnisse gewonnen, welche bei einem technischen Großeinsatz umgesetzt werden können. Die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzorganisationen funktionierte vorbildlich.

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