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Deutschland: Heftige Unwetter nach Hitze -> 2 Tote und mehrere Verletzte

Deutschland: Nach der großen Hitze haben Unwetter am Montag, 12. Juli 2010, in Teilen Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Frauen getötet und mehrere zum Teil schwer Menschen verletzt.

Eine Gewitterfront zog am Nachmittag über Nordrhein-Westfalen hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. In Köln starb eine 54-jährige Rollerfahrerin, die unter einer Unterführung Schutz vor Wind und Regen suchte und dabei von einem Lastwagen erfasst wurde. In Herne zog sich ein 45-jähriger Bauarbeiter schwere Blessuren zu, als vermutlich durch eine Orkanböe eine kurz zuvor errichtete Seitenmauer im zweiten Obergeschoss eines Rohbaus einstürzte und den Mann unter sich begrub. Im Kreis Wesel fiel ein Ast auf eine Gruppe von drei Radfahrern. Dabei erlitt eine 15-jährige Radfahrerin lebensgefährliche Verletzungen.

In der Bonner Innenstadt stürzte ein rund 2,50 Meter hoher Holzbauzaun auf einer Länge von etwa 20 Metern um und traf sechs Passanten. Eine 62-jährige Frau erlitt schwere Verletzungen. Fünf weitere Personen, darunter auch ein Kleinkind, wurden leicht verletzt.

Vier Verletzte meldete die Aachener Polizei. Dort wurde eine Frau von Ästen getroffen, als ein Baum umstürzte. Ein Mann wurde von einer umherfliegenden Werbetafel getroffen. Auf das Fahrzeug einer 49-Jährigen aus Herzogenrath stürzte ein Baum. Die Frau wurde in ihrem Auto eingeklemmt, von der Feuerwehr befreit und dann ins Uniklinikum eingeliefert.

Eine mächtige Böe hob in Essen das Flachdach eines Hochhaus-Treppenhauses an und ließ es aus rund 30 Meter Höhe zu Boden krachen, wie die Feuerwehr Essen mitteilte. Die etwa 40 Quadratmeter große Dachfläche blieb vor dem Hauseingang liegen. Vier Schüler wurden in Mönchengladbach verletzt, als herabstürzende Äste sie bei einem Ausflug in einen Park trafen.

Behinderungen gab es auch im Bahnverkehr. Sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr fielen viele Züge aus oder hatten lange Verspätungen. Bäume auf den Gleisen und in den Oberleitungen sowie Blitzeinschläge hätten die Strecken lahmgelegt, berichtete ein Bahnsprecher in Düsseldorf. Die Bahnstrecke zwischen Oberhausen und Emmerich war komplett gesperrt, sodass der Zugverkehr zwischen Ruhrgebiet und den Niederlanden unterbrochen war.

Im niedersächsischen Nordhorn wurde eine Fahrradfahrerin von herabstürzenden Ästen erschlagen. Die 47-Jährige war mit ihrem Hund unterwegs, als plötzlich das Unwetter hereinbrach, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Frau suchte Schutz bei einem Haus. Eine Sturmböe entwurzelte jedoch einen nahestehenden Baum, der auf das Gebäude kippte. Die Frau wurde dabei von herabstürzenden Ästen getroffen und tödlich verletzt.

Durch ein kurzes, aber heftiges Unwetter in der Westeifel waren rund 1000 Menschen für etwa eine Stunde ohne Strom. Heftige Sturmböen hatten mehrere Bäume auf die Stromleitungen geweht und so die Versorgung für mehrere Orte in der Verbandsgemeinde Arzfeld unterbrochen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Durch eine Windhose sind auf der Nordseeinsel Helgoland am Nachmittag zwei Menschen schwer und sechs weitere leicht verletzt worden. Die Windhose zog über die von der Hochseeinsel abgetrennte Düne, wie ein Polizeisprecher sagte. Nähere Angaben zu den Verletzten konnte er nicht machen. Wie Helgolands Kurdirektor Klaus Furtmeier sagte, rief Bürgermeister Frank Botter den Katastrophenzustand aus. Rettungskräfte wurden vom Festland angefordert.

Außerdem verwüstete die Windhose einen Campingplatz auf der Düne und riss zahlreiche Zelte mit sich, wie der Polizeisprecher sagte. Für etwa 100 bis 200 Menschen müsse deshalb eine Unterkunft gefunden werden. Das Bäderschiff «Atlantis» werde an der Düne festmachen und den Betroffenen möglicherweise ein Dach über dem Kopf bieten.

Die Unwettergefahr ist nach Angaben von DWD-Mitarbeiter Helmut Malewski aber noch nicht gebannt. Über den Vogesen in Frankreich zögen erneut Gewitterwolken auf.

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