Deutschland: Ärger in Tischendorf -> Neues Feuerwehrauto ist um 7 cm zu breit
Tischendorf (Deutschland): Einsatzfahrzeug für Tirschendorf ragt sieben Zentimeter über die Norm hinaus – Nun muss es zurück zum Hersteller
Schöne Bescherung mitten im Sommer: Das neue Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Tirschendorf ist zu breit. Insgesamt sieben Zentimeter ragt es über die Normen für Feuerwehrautos in Sachsen hinaus. Zwar passt das Auto jetzt trotzdem ins Feuerwehrhaus, jede Menge Ärger gibt es trotzdem: Es gibt große Probleme mit dem Tüv bei der Zulassung, so dass es nun zurück zum Hersteller nach Reinhardshain (Hessen) muss.
Vermutlich Mitte, Ende August 2010 geschehe dies, sagte Mühlentals Bürgermeister Dieter Weller (parteilos) am Donnerstag im Gemeinderat. Dann sollen die Griffe an den vier Schiebetüren so ausgetauscht werden, dass die in Sachsen geltenden Normen eingehalten werden. „Ziel ist, dass das Auto bald einsatzbereit in Tirschendorf steht“, erklärte Weller. Er machte kein Hehl daraus, dass ihn die Hängepartie um das Auto – es steht seit Dezember in Tirschendorf – mächtig nervt. „Was man hier veranstaltet, das ist enttäuschend. Ein Affenzirkus“, meinte er und ist sauer, dass bei der Auftragsvergabe nicht bemerkt wurde, dass das Angebot der Firma, die den Zuschlag für das Auto bekam, nicht den Sachsen-Normen entspricht.
Die Frage, die auf der Hand liegt, stellte zur Sitzung Gemeinderat Uwe Buschner (Wählervereinigung Unterwürschnitz): „Und wer zahlt die Mehrkosten?“ Die Firma komme der Gemeinde Mühlental entgegen, erklärte Weller. „Was kostet das?“ hakte Arndt Doll (Mühlentalfreunde) nach. „Das weiß ich nicht, das konnte mir der Vertreter der Firma heute noch nicht sagen“, antwortete Weller. Die Firma müsse doch wissen, welche Normen gelten, wenn sie ein Fahrzeug für eine sächsische Wehr baue, betonte Mathias Wild (Feuerwehrverein Wohlbach). Dass sieben Zentimeter nun alles verrückt machen, ärgert Arndt Doll. „Die Bürokratie grenzt schon fast an Wirtschaftssabotage.“
Weller bleibt nur bittere Ironie: „Eigentlich sind wir selber schuld. Wir waren dumm, weil wir gesagt haben, wir brauchen für Tirschendorf kein neues Auto für 250.000 Euro.“ Stattdessen wurde mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung ein gebrauchtes Auto für 89.300 Euro angeschafft. „Da haben wir uns in die Nesseln gesetzt. Jetzt kriegen wir jeden Tag einen neuen Arschtritt.“ Trotz des Ärgers hat Weller die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht aufgegeben. „Ich gehe davon aus, es geht für alle akzeptabel aus.“
