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Deutschland: 16 Wohnwagen in Flammen -> „Rauchwolke wie Atompilz“

Rinteln (Deutschland): Ein Anblick wie vor einigen Jahren in Torremolinos: verkohlte Reste von Wohnwagen, Fahrrädern, Herden, Satellitenschüsseln, Grills und Gasflaschen. Zuvor Flammen und Explosionen, beißender Rauch – „schwarze Wolken und Detonationen wie bei einem Atompilz“ schildern Beobachter. Das Feriengelände Doktorsee hat am 17. Juni 2010 die schwerste Brandkatastrophe seiner Geschichte erlebt.

Die Feuerwehr wird um 13.48 Uhr alarmiert. Ein Dauercamper hatte bemerkt, dass sein Wohnwagen brennt. Ortsbrandmeister Thomas Blaue ist zwei Minuten später vor Ort, steht vor hell lodernden Flammen und enormer Rauchentwicklung. „Ich dachte, jetzt brennen schon mindestens drei Wagen“, sagt Blaue. „Propangasflaschen detonierten, andere bliesen in riesigen Feuerbällen ihre Füllung ab. Wegen starkem Ostwind breitete sich das Feuer rasend schnell aus.“

Sofort alarmierte Blaue nach: „Wir brauchten dringend vor allem Tanklöschfahrzeuge, um schnell handeln zu können.“ Die Feuerwehren Exten und Steinbergen sowie die Betriebsfeuerwehren der Rintelner Glashütte BSN und der Lebenshife Rinteln rückten an, rund 60 Feuerwehrleute nahmen die Brandbekämpfung auf. „Anfangs haben wir uns auf auf dem Bauch vorgerobbt – aus Selbstschutz wegen der Explosionsgefahr weiterer Gasflaschen. Von vier Seiten ging es dem Feuer zu Leibe, gegen 14.45 Uhr war der Brand unter Kontrolle. nun wurde nachgelöscht, vor allem die Gasflaschen, von denen einige laut Kripochef Jörg Stuchlik nicht detoniert waren, aber wegen der Hitze unter hohem Druck standen. Fazit nach späterer Kontrolle der Feuerwehr: Drei Gasflaschen detonierten, 71 bliesen durch ihre Sicherheitsventile ordnungsgemäß ab.
Ein 64-jähriger Dauercamper aus Seelze ist mit einer leichten Brandverletzung und Schock ins Rintelner Krankenhaus gebracht worden. Blaue ließ über Radio vor der Rauchentwicklung warnen. Evakuiert werden musste nicht, die übrigen Camper blieben auf Distanz. Und auch Wohnwagenbesitzer drängten nicht zur Brandstelle. Doktorsee-Geschäftsführer Uwe Deppe: „Zu retten war da eh nichts mehr.“ 13 Wohnwagen brannten völlig aus, drei wurden beschädigt. Die Polizei geht von mindestens 100 000 Euro Gesamtschaden aus.

Löschwasser sei nicht in den Badesee geflossen, versichert Blaue. Gegen 16.30 Uhr war alles gelöscht, es verblieben aber noch eine Brandwache und weitere Kameraden zur Unterstützung der Polizei bis zum Abend vor Ort.
Die Polizei zog Brandsachverständige hinzu, die sich auf die Ursachensuche machten. Ein Ergebnis gab es gestern noch nicht. Ebenso wurde noch keine Schadenshöhe genannt. Ein Polizeihubschrauber wurde von einem anderen Einsatzort angefordert, seine Besatzung machte Luftaufnahmen vom Brandort.

Landeszeitung.de

Meldung der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg

Am Donnerstag, dem 17.06.2010, kommt es gegen 13.50 Uhr zu einem Brandausbruch in einem Wohnwagen auf dem Camping- und Freizeitgelände „Doktorsee“ in Rinteln.
Das Feuer weitet sich anschließend auf weitere Stellplatzparzellen aus. Insgesamt 13 Wohnwagen,zum Teil mit Vorzelten und festen Vorbauten, werden vollständig zerstört, drei weitere Wohnwagen beschädigt.Infolge des Feuers explodieren mehrere Campinggasflaschen. An 71 Flaschen öffnet sich das Sicherheitsventil, was weitere Explosionen verhindert. Gegen 15.00 Uhr ist der Brand durch die Ortsfeuerwehren Rinteln, Exten, Todenmann, Steinbergen mit Unterstützung der Werksfeuerwehren der Glashütte und Lebenshilfe mit insgesamt 70 Einsatzkräften unter Leitung des Ortsbrandmeisters Rinteln, Thomas Blaue, gelöscht.

Zur Versorgung möglicher Verletzter stehen 13 Mitarbeiter des Rettungsdienstes Schaumburg mit einem Notarzt bereit. Der Brandentdecker, ein 64jähriger Dauerkamper aus Seelze, erleidet leichte Verbrennungen an Armen und Beinen und wird unter Schock stehend vorsorglich ins KKH Rinteln eingeliefert. Die Schadenshöhe wird auf über 100.000 Euro geschätzt. Zur Ursache des Feuers können zur Zeit noch keine Angaben gemacht werden. Das Polizeikommissariat Rinteln hat die Ermittlungen aufgenommen.

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