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D: Vinnhorster fördert Aufbau freiwilliger Feuerwehren in Griechenland

Vinnhorst (Deutschland): Einmal im Jahr fahren ehrenamtliche Feuerwehrleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Griechenland und verbringen in einem Camp einen Teil ihres Sommerurlaubs. Gemeinsam haben sie jetzt einen Förderverein gegründet um Griechenlands freiwilligen Feuerwehren zu helfen.

„Es fehlt schlicht an allem. Mitten in Europa“, sagt Andreas Meier und zieht etwas ratlos die Schultern hoch. Zwar habe er gewusst, dass bei der griechischen Feuerwehr einiges im Argen liege. „Aber dass es an der Basisversorgung fehlt, dass es trotz der großen Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes überhaupt keine Feuerwehr gibt, darauf war ich nicht eingestellt“, sagt Meier bestürzt. Der 36-Jährige ist Bankbetriebswirt und aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Vinnhorst. Gemeinsam mit neun weiteren Feuerwehrleuten aus dem gesamten Bundesgebiet hat Meier jetzt einen Förderverein gegründet, um den Aufbau freiwilliger Feuerwehren in Griechenland zu unterstützen.

Es war eine Art Kurzschlusshandlung: Im vergangenen Sommer nahm der 36-jährige Meier zum ersten Mal an einem Feuerwehrcamp nahe der griechischen Stadt Thessaloniki teil. Wenige Wochen nach seiner Rückkehr sprach er beim griechischen Generalkonsul in Hannover vor. „Nach dem, was ich vor Ort gesehen hatte, war mir klar, das wir etwas machen müssen“, erzählt Meier. Ehrenamtliche Feuerwehrleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verbringen in dem Camp jedes Jahr einen Teil ihres Sommerurlaubs. Sie leisten Hilfe, wenn die griechischen Wälder alljährlich in Flammen aufgehen. Organisiert wird das Camp von der Körperschaft Griechischer Freiwilliger Feuerwehren, kurz ESEPA. Dort ist man auf die Unterstützung aus dem Ausland dringend angewiesen. „Das, was wir in Deutschland unter freiwilliger Feuerwehr verstehen, gibt es in Griechenland nicht“, sagt Meier. Die ESEPA sei eine Art Bürgerinitiative. „Ein Mann namens Nikos Sachinidis hat die Organisation aufgebaut, nachdem ein Feuer in den neunziger Jahren sein Haus zerstört hatte.“ Die Berufsfeuerwehr sei erst nach Stunden vor Ort eingetroffen.

„Das ist in Griechenland normal“, sagt Meier. In den vergangenen zehn Jahren hat die ESEPA 51 Feuerwehrstandorte im ganzen Land aufgebaut. Staatliche Mittel flossen dafür kaum. Alte Schuppen und Werkstatthallen wurden zu Gerätehäusern umfunktioniert. „Zum Vergleich: In Deutschland gibt es rund 33 000 Standorte“, sagt Meier.

Mit Hilfe des Fördervereins sollen in den kommenden Jahren weitere Gerätehäuser entstehen. „Wir brauchen vor allem Fahrzeuge“, sagt Meier. Allein rund 20 000 Euro würden für ein gebrauchtes Löschfahrzeug mit möglichst großem Wassertank fälig. „Dann fehlen aber noch die Geräte. Pumpen, Schläuche, Schere, Spreizer.“ Meier weiß: Es wird ein Kraftakt. „Die Dankbarkeit der betroffenen Griechen treibt mich an. Nach einem Einsatz stehen sie klatschend an der Straße“, sagt Meier. In Deutschland sei das undenkbar. „Hier beschweren sich die Leute, wenn es mal laut wird, weil wir mitten in der Nacht ausrücken, um Menschenleben zu retten.“

Am Sonnabend, 29. Mai 2010, stellt Andreas Meier die Arbeit des bundesweiten Fördervereins „Freunde der ESEPA“ um 17 Uhr in den Räumen der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Die Drei Hierarchen, Mengendamm 16 b, vor.

Hannoversche Allgemeine

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