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Das Risiko der eiligen Helfer: Retter selbst in Not

Wenn sie unterwegs sind, muss es schnell gehen: Blaulichtorganisationen auf dem Weg zum Einsatz. Immer wieder geraten sie selbst in gefährliche Situationen.

Innsbruck – Sie retten Menschenleben und dabei haben sie es immer eilig – Mitarbeiter von Rettung, Feuerwehr oder Polizei. In nur einer Woche wurden in Österreich jetzt gleich zwei Feuerwehrfahrzeuge in Unfälle verwickelt, in Tirol war ein Lenker gerade unterwegs, um ein eingeklemmtes Opfer zu befreien.

„Es passieren immer wieder Unfälle“, sagt Innsbrucks Branddirektor Erwin Reichel. Am häufigsten würden Seitenspiegel zu Bruch gehen, aber es gäbe auch Schäden an parkenden Fahrzeugen. Im vergangenen Jahr wurde ein Fahrer im Einsatz verletzt. Um das Risiko möglichst gering zu halten, werden spezielle Schulungen angeboten, darunter auch Schleudertrainings mit den größten Feuerwehreinsatzfahrzeugen, den 45-Tonner-Kranwagen.

Die Unfälle würden sich insgesamt aber doch in Grenzen halten, sagt Reichel. Und das sei auch auf einen weiteren Grund zurückzuführen: „Die Berufsfeuerwehr fährt im Konvoi zu einem Einsatz, ganz vorne der Einsatzleiter in einem Pkw.“ Er könne eine Kreuzung blockieren und so den Weg für die nachkommenden Kollegen freimachen.

Auch bei der Polizei werden laufend Fahrsicherheitstrainings durchgeführt. „Jeder Exekutivbeamte wird geschult“, sagt Presseoffizier Oberstleutnant Manfred Dummer. Die Vorfälle hielten sich in Grenzen, „aber es kommt doch immer wieder zu Unfällen“. Im vergangenen Jahr waren es in Tirol insgesamt zwölf Unfälle mit Dienstfahrzeugen bei Einsatzfahrten.

Beim Roten Kreuz Tirol sei die Unfallhäufigkeit seit der Umsetzung des Ausbildungskonzepts SEF – „Sicherer Einsatzfahrer“ – gesunken, berichtet Pressesprecher Fritz Eller. „Das ist eine zusätzliche Fahrschulung und Führerscheinausbildung mit verpflichtender Weiterbildung. „Dass wir sehr rigoros sind, was Verkehrstauglichkeit betrifft – etwa durch 0,00 Promille –, und sich die Sicherheitsausstattung der Einsatzfahrzeuge deutlich optimiert hat, darf auch nicht vergessen werden.“

Trainiert wird mit den eigenen Fahrzeugen beim Fahrsicherheitszentrum Zenzenhof des ÖAMTC, so wie es auch die anderen Blaulichtorganisationen halten. Und wenn doch einmal etwas passiert – die Einrichtungen sind natürlich versichert: So hat die Tiroler Versicherung freiwillige Feuerwehren aus ganz Tirol als Kunden. Brandschäden an Kleidung oder Feuerwehrmänner mit Brandverletzungen würden immer wieder gemeldet, schildert Vertriebsdirektor Armin Singer.

„Auf dem Weg zu Einsätzen muss es schnell gehen und da kommt es eben immer wieder zu Vorfällen.“ Dabei würden die eigenen und auch andere Fahrzeuge beschädigt und in einer engen Häuserzeile könne auch einmal ein Gebäude in Mitleidenschaft gezogen werden, zählt er Schadensmeldungen auf. Aber auch bei Übungen gibt es immer wieder Verletzte. „Rechnet man die Gefahr, in die sie sich begeben, Eile und Hektik ein, passiert aber doch wenig. Gott sei Dank, denn sie wollen ja retten.“ Die vielen freiwilligen Helfer würden mit Leib und Seele etwas für die Allgemeinheit tun und dabei ein großes Risiko eingehen.

TT.com

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