Sbg: Vier Personen brechen in Bürmooser See ein
Salzburg: Donnerstagabend, 14. Jänner 2010, sind vier Personen im Eis des Bürmooser Sees (Flachgau) eingebrochen. Alle vier konnten gerettet werden. Ein Ehepaar war so stark unterkühlt, dass es im Spital stationär versorgt werden musste.
Mann wollte Eisdecke testen: Ein kleiner Teil des Bürmooser Sees, die alte Lehmgrube, wird als Fischteich von sprudelndem Wasser durchflossen. Hier gibt es nur eine extrem dünne Eisdecke, die Wasseroberfläche ist für jedermann gesperrt.
Ein Mann wagte sich Donnerstagabend trotzdem hinaus, schildert Ersthelfer Thomas Kaiser: „Er wollte eigentlich probieren, wie stark das Eis in der alten Lehmgrube ist, seine Frau wollte ihn zurückhalten. Es hat’s immer weiter und weiter versucht, seine Frau ist wieder zum Ufer gekommen und irgendwann ist er dann doch eingebrochen.“
Ehefrau und zwei Helfer ebenfalls im See: Thomas Kaiser holte das Auto, um Beleuchtung zu haben: „Derweil ist seine Frau auch hingelaufen und wollte ihm helfen. Dann habe ich gemerkt: Beide sind im Wasser. Ich bin in die Fischhütte gelaufen und habe die Leiter geholt.“
Inzwischen „wollten noch zwei Helfer dazukommen. Das Eis auf der anderen Seite ist aber sehr schwach – jetzt sind dann alle vier eingebrochen gewesen. Jetzt habe ich wieder die Leiter genommen und habe einen nach dem anderen aus dem Wasser herausgeholt.“
Feuerwehr und Rettung waren rasch zur Stelle. Das eingebrochene Ehepaar wurde stark unterkühlt ins Krankenhaus Oberndorf gebracht. „Der Ehegatte ist etwas schwerer unterkühlt gewesen als die Frau“, schilder Ambulanzarzt Wolfgang Freinberger, „Sie sind beide in der Ambulanz mit Wärmepackungen und Infusionen versorgt worden, um die Unterkühlung aufzuheben. Sie werden stationär aufgenommen und weiter beobachtet.“
Die beiden eingebrochenen Helfer wärmten sich indes beim Fischereihüttenwart auf. Der Bürmooser See ist zwar nicht tief. Das eisige Wasser ist aber bereits nach wenigen Minuten lebensgefährlich, warnt Kaiser.
