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Bgld: Spatenstich für österreich-ungarisches Branddienst-Ausbildungszentrum

Eisenstadt (Bgld): Die Republik Österreich und die Republik Ungarn haben eine ca. 350 km lange gemeinsame Grenze, an der das Bundesland Burgenland sowie die Komitate Györ-Moson-Sopron und Vas liegen. Durch die Entwicklungen in der EU…

… ist diese Region vom Randbereich in das zentrale Europa gerückt. Mit der Öffnung der Grenzen zu den östlichen Nachbarländern ist die Zahl der Einsätze ist in den letzten Jahrzehnten diesseits und jenseits der Grenze stark gestiegen. Im Burgenland haben sich die Einsätze in diesem Zeitraum verzehnfacht! Hauptverantwortlich für die Steigerung sind die Technischen Hifeleistungen im Straßenverkehr, bei den Elementarereignissen und bei den Gefahrguttransporten. Im Bereich der Wald-, Flur- und Schilfbrände sind durch den Klimawandel ebenfalls Anzahl und Intesität der Brände zunehmend und starken Veränderungen unterworfen.

Grenzüberschreitende Ausbildungsaktivitäten
Da Elementarereignisse, technische Katastrophen, Brände und Unfälle keine Grenzen kennen, nahmen dies der Landesfeuerwehrverband Burgenland und die Katastrophenschutzdirektion der Komitate Györ-Moson-Sopron bereits vor Jahren zum Anlass für gemeinsame, grenzüberschreitende Ausbildungsaktivitäten. So wurden in den letzten drei Jahren umfangreiche realitätsnahe Einsatzübungen im Bereich Györ, Sopron, Köszeg, Nickelsdorf, Rechnitz, Eisenstadt, Rust und am ungarischen Teil des Neusiedler Sees gemeinsam geplant und durchgeführt. Eine der größten grenzüberschreitenden Einsatzübungen wurde im Rahmen des gemeinsamen „NeuRISK-Projektes“ in Mörbisch abgehalten.
Darüber hinaus wird an der Landesfeuerwehrschule in Eisenstadt seit Jahren die gemeinsame und grenzüberschreitende Ausbildung und praktische Beübung von Atemschutzgeräteträgern in dem im Jahr 1975 errichteten Brandhaus samt begleitenden Übungseinrichtungen durchgeführt. 60.000 Feuerwehrmitglieder wurden in dem in den 70er Jahren im vorigen Jahrhundert errichteten Brandhaus, das mit festen Brennstoffen befeuert wird, ausgebildet und auf Atemschutzeinsätze vorbereitet. Seit 2006 ist aus statischen Gründen das alte Brandhaus nur noch bedingt benützbar. Heißübungen dürfen überhaupt nicht mehr durchgeführt werden. In den Jahren 2007 und 2008 wurde in mehreren gemeinsamen Arbeitsgesprächen die Notwendigkeit des Neubaus eines Branddienstausbildungszentrums „BrandHÁZ“ sowie die Organisation der gemeinsamen Nutzung geplant.

Neues Brandhaus
Diese Veränderungen verlangen auch eine neue Qualität der künftigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Zuge einer qualifizierten Feuerwehrausbildung. Ein Kernstück dieser gemeinsamen Ausbildung wird das neu zu errichtende Branddienstausbildungszentrum „BrandHÁZ“, bestehend aus Brandübungshaus und Servicegebäude, in der Landesfeuerwehrschule in Eisenstadt werden. Für das gegenständliche Projekt „BrandHÁZ“ haben das Landesfeuerwehrkommando Burgenland (Lead-Partner) und die Berufsfeuerwehr der Stadt Sopron (Project-Partner) im Rahmen des Eu-Programmes „creating the future“ einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen und um Förderung angesucht. Die Katastophenschutzdirektion des Komitats Györ-Moson-Sopron ist Cooperations-Partner.
Das neue Branddienstausbildungszentrum „BrandHÁZ“ besteht aus zwei Objekten: dem eigentlichen „Brandhaus“ und dem „Servicegebäude“ und wird entsprechende Übungen gemäß den aktuellen Entwicklungen im Brandeinsatz ermöglichen. In Brand-Simulationsanlagen werden auszubildende Feuerwehrmitglieder das erste Mal mit realistischen Brandszenarien und Brandtemperaturen in Berührung kommen. Ebenfalls sollen sie dem Training erfahrener Atemschutzkräfte dienen.

Das Objekt wird nach DIN-Norm 14097-1 (Brandübungsanlagen) ausgeführt und mit 12 gasbetrie-benen Brandsimulationsanlagen nach DIN-Norm 14097-2 (Gasbetriebene Darstellungsgeräte) betrieben werden, welche auch im Sinne eines optimierten Umweltschutzkonzeptes nur genau jene Brennstoffmenge sowie harmlosen Theaterrauch umsetzen, die zur Simulation des jeweiligen Ereignisses benötigt werden. Errichtet wird dieses Übungsobjekt auf dem Areal der Landesfeuerwehrschule Burgenland in Eisenstadt. Es wird dabei ein Stahlbetongebäude mit Keller, Erdgeschoss, 1. und 2. Stockwerk und halbseitig ausgebautem Dachgeschoss errichtet. Moderne Wärmebildkameras in den Brandräumen zeigen die Situation in der Steuerzentrale und bei den Rettungstüren an und ermöglichen Ausbilderanweisungen zum richtigen Vorgehen sowie das Eingreifen im Notfall. Notaus-Taster bei allen Türen gewährleisten die sekundenschnelle Ansteuerung von Gas-Aus, Beleuchtung, Notentrauchung usw.

Servicegebäude
In unmittelbarer Nähe zum geplanten gasbetriebenen Brandübungshaus wird ein zugehöriges Servicegebäude, ebenfalls als Stahlbeton-Fertigbau errichtet werden. In zwei Geschossen sollen ein Steuerungstechnikraum samt den Bedienungs- und Überwachungseinrichtungen für den Brandhausbetrieb, ein Erste Hilfe Raum, ein Traineraufenthaltsraum, Garderoben- und Sanitärräume für die TeilnehmerInnen, zwei Übungsvor- und Übungsnachbereitungsräume gebaut werden.

Spatenstich
Den Spatenstich für das neue Brandhaus haben Landesfeuerwehrkommandant Ing. Manfred Seidl, Landeshauptmann Hans Niessl, Feuerwehrreferent LH- Stv. Mag. Franz Steindl, Finanzlandesrat Helmut Bieler, der Kommandant der Berufsfeuerwehr Sopron Zsolt Csuka und Vertreter der planenden und errichtenden Firmen am 28. November 2009 vorgenommen. Zum Spatenstich waren zahlreiche Ehrengäste, die Bezirksfeuerwehrkommandanten und die 100 Referenten der Bezirksfeuerwehrkommanden geladen.

LBD Ing. Seidl erläuterte den Ehrengästen und den Feuerwehrmitgliedern die verschiedensten Aus-bildungsmöglichkeiten im neuen Brandhaus. „Wir werden damit das modernste Branddienstausbildungszentrum Österreichs haben. Ich denke, es wird auch in Europa nicht viel vergleichbares geben“, so Landesfeuerwehrkommandant Ing. Manfred Seidl in seiner Ansprache. Als scheidender Landesfeuerwehrkommandant dankte er der burgenländischen Landesregierung, an der Spitze mit LH Hans Niessl für die Finanzierungszusage und den planenden Firmen für die bereits geleisteten Vorarbeiten. Den bauausführenden Firmen wünschte er bei der Errichtung es Brandhauses mit einem „Glück auf“ einen unfallfreien Bauverlauf.
„Unsere burgenländischen Feuerwehren haben eine lange Tradition, eine erfolgreiche Geschichte hinter sich. Wer in der Geschichte des Verbandes blättert wird feststellen, dass es von der Gründung der Feuerwehren vor 135 Jahren bis hin zur Errichtung des Landesfeuerwehrverbandes im Jahr 1923 nur wenig Infrastruktur gab. Heute umfasst der Landesfeuerwehrverband 326 Freiwillige Orts- Stadt- und Betriebsfeuerwehren mit über 16.000 Feuerwehrmitgliedern. Jede(r) 17. BurgenländerIn ist Mitglied der Feuerwehr. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wurde verstärkt und in die Feuerwehrschule als Weiterbildungseinrichtung für die Feuerwehrmitglieder investiert und besonders das Schulungsangebot ausgeweitet. Mit dem heutigen Spatenstich wird das vor einigen Jahren errichtete „Kompetenzzentrum für das Feuerwehrwesen“ um ein wichtiges Projekt – ein modernes Brandausbildungszentrum – für die Ausbildung der Feuerwehrmitglieder ergänzt und erweitert“, so Landeshauptmannstv. Mag. Franz Steindl.

„Der heutige Tag wird in der Chronik des bgld. Feuerwehrwesen eine besonderen Stellenwert einnehmen. Einerseits tritt der seit Jahrzehnten im burgenländischen Feuerwehrwesen tätige Landes-feuerwehrkommandant Ing. Manfred Seidl in den Ruhestand. Nach Jahrzehnten geht eine Ära zu Ende. Auf der anderen Seite nehmen wir heute einen Spatenstich zu einer Einrichtung, die für die Zukunft des bgld. Feuerwehrwesen besonders wichtig ist, vor. Das Brandhaus, das hier errichtet wird, wird wesentlich zur ausgezeichneten Ausbildung der Feuerwehrmitglieder beitragen“, so Landeshauptmann Hans Niessl. Gleichzeitig dankte er Landesfeuerwehrkommandant Manfred Seidl für das Engagement, dass er bei diesem Projekt gezeigt. hat. „Du warst der unermüdliche Motor dafür, dass dieses grenzüberschreitende Projekt mit großer Unterstützung der Europäischen Union, des Landes Burgenland und der Partner in Ungarn realisiert und umgesetzt werden konnte“. Natürlich durften der Hinweis auf die wirtschaftlichen Aspekte nicht fehlen, sind doch namhafte burgenländische Firmen in einer äußerst schwierigen Zeit an der Planung und der Errichtung des Brandhauses beteiligt. „Diese schwierigen Zeiten dürfen jedoch nicht dazu führen, dass bei der Sicherheit der Bevölkerung gespart wird. Wir sind davon überzeugt davon, dass das eine richtige, notwendige und zukunftsweisende Investition in die Sicherheit und Ausbildung der Feuerwehrmitglieder und damit auch eine Investition in die Sicherheit der bgld. Bevölkerung ist. Alles Gute für die Zukunft.“

Finanzierung
Die Kosten für das Projekt „BrandHÁZ” betragen Euro 2.766.667,98 und werden zu 85 % (Euro 2.351.667,78) von der Europäischen Union gefördert. Der Beitrag des Landes Burgenland an der Errichtung des Brandhauses beträgt Euro 395.020,79. Das Landesfeuerwehrkommando Burgenland und die Stadtgemeinde Sopron sichern zur Realisierung des Branddienstausbildungszentrums die Restfinanzierung.

Fertigstellung
Bereits im Herbst 2010 soll im neuen Brandhaus die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger beginnen.

Landes-Feuerwehrverband Burgenland

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