Nö: Schadstoffübung am Frachtenbahnhof in Gloggnitz

Gloggnitz (Nö): Tag täglich werden Tausende Tonnen an Waren per Bahn über den Semmering transportiert. Das sind durchschnittlich 170 Zugfahrten pro Tag (Personen- und Güterverkehr gesamt).
Zahlreiche Wagenladungen beinhalten auch so genannte gefährliche Güter die bei unkontrolliertem Austritt eine Gefahr für die Umwelt darstellen können. Sollte es dennoch zu einem Umweltalarm kommen, sind die Feuerwehren mit ihren Spezialkräften und ihrem Spezialwissen gefragt. Am Mittwoch, dem 21.10.2009, fand unter der Leitung des Sachbearbeiters für Schadstoff im Abschnittsfeuerwehrkommando Gloggnitz, Ehrenoberbrandinspektor Karl Kiengraber, eine gemeinsame Übung der Schastoffgruppe Gloggnitz statt.
Den Kern dieser Spezialeinheit bilden die Feuerwehren Wimppasing, Semmering und Gloggnitz-Stadt mit ihren Chemieschutzanzügen und umfangreichen Einsatzmaterial. Unterstützung gab es weiters von den Feuerwehren Schottwien und Maria Schutz. Übungsannahme war eine Leckage in einem Kesselwaggon. Dabei trat Methanol (UN 1230) aus. Methanol ist ein leicht entzündlicher giftiger Stoff (Gefahrennummer 336), gefährlich für Haut, Augen und Atemwege, kann mit Luft explosionsfähige Gemische bilden, die Dämpfe können unsichtbar sein und sind schwerer als Luft.

Als Erstmaßnahme wurde ein Auffangbehälter unter das austretende Medium gestellt. Mit Messgeräten ein möglicher Explosionsbereich gemessen. Mittels Dichtkissen konnte die Leckage von zwei Trupps mit Chemikalienschutzanzügen abgedichtet werden. Eine zweite Leckage wurde mittels Holzkeile soweit abgedichtet, dass der Austritt gestoppt werden konnte.
Bei der Übungsnachbesprechung wurde die Übung als positiv bewertet. Kleinere Nachbesserungen sind jedoch erforderlich. Seitens der ÖBB, welche auch den Übungskesselwaggon kostenlos zur Verfügung gestellt hat waren Johann Logar Gefahrgutbeaudtragter Rail Cargo Austria, Robert Morgenbesser Regionalsicherheitsbeauftragter und Franz Schober Betriebsmanager Netzbetrieb (Bahnhof Gloggnitz) anwesend.
