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Deutschland: Barockschloss in Raakow abgebrannt

Raakow (Deutschland): Das historische Barockschloss in Raakow bei Drebkau (Spree-Neiße) ist am Donnerstag, 1. Oktober 2009, durch einen Brand zerstört worden. Das Gebäude im Ortsteil Steinitz brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Löscharbeiten wurden bis zum Nachmittag beendet.

Spezialermittler des Landeskriminalamtes Brandenburg suchen seitdem nach der Brandursache. Ein Ergebnis wird nach Angaben des Einsatzleiters erst in den nächsten Tagen erwartet. Brandstiftung wird von den Spezialisten nicht ausgeschlossen. Der Schaden wird auf über 200.000 Euro geschätzt. Personen wurden laut den Ermittlern nicht verletzt.

Der Brand war am frühen Donnerstagmorgen kurz nach 1.30 Uhr ausgebrochen. Mehr als 80 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Cottbus und der Freiwilligen Feuerwehren aus Drebkau, Spremberg und Neupetershain versuchten mit 20 Löschfahrzeugen und Spezialtechnik, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Als die Feuerwehrleute wenige Minuten nach der Alarmierung am Brandherd eintrafen, habe jedoch der gesamte Dachstuhl bereits im Flammen gestanden, sagte Einsatzleiter Stefan Grothe. Brennende und herabfallende Balken hätten die Löscharbeiten im Inneren des Gebäudes verhindert.

Das 1694 erstmals erwähnte und bis 1904 zum Herrenhaus umgebaute Schloss hatte im 20. Jahrhundert mehrere Besitzer. Nach dem Krieg wurde es zunächst vom Roten Kreuz als Notkrankenhaus genutzt. Anschließend wurde es zur Bezirksschule mit Internat für die ehemalige DDR-Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ). Nach der politischen Wende zog ein privater Bildungsträger in das Barockschloss. Ein Unternehmerehepaar aus Drebkau erwarb vor kurzem das Anwesen von der Stadt und wollte es bis zum kommenden Jahr zu altersgerechten Wohnungen umbauen und in der Nachbarschaft ein Altenpflegeheim errichten. Das Unternehmerpaar stand am Donnerstag fassungslos vor dem historischen Gebäude. «Wir haben hier bereits eine Menge Geld investiert und wollten für die hilfebedürftigen Menschen der Stadt etwas Gutes tun», sagte Torsten Koalick. Diese Absicht sei nun zerstört worden.

«Obwohl uns das Schloss nicht mehr gehört, sind wir alle über das Ausmaß des Brandes schockiert», sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Margitta Jurk. Das Schloss, der im Pückler´schen Stil angelegte Park und der benachbarte Reiterhof seien ein beliebtes Ausflugsziel gewesen. Jetzt bleibe vermutlich nur der Abriss des einsturzgefährdeten Hauptgebäudes, sagte Jurk.

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