Stmk: Unwetter über Graz hält die Feuerwehren in Atem -> KAT-Alarm
Graz (Stmk); Seit kurz nach Mitternacht kämpfen Seite an Seite die Grazer Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr und die Betriebsfeuerwehr Andritz AG am 29. August 2009, gegen die enormen Wassermassen. Insgesamt sind 150 Mann mit ihrem gesamten Fuhrpark und Gerätschaften im Einsatz.
Bis alle Keller und Tiefgaragen wieder trocken gelegt sind wird es noch einige Tage dauern. Die Wetterprognose stimmt die Einsatzkräfte jedoch zuversichtlich, es werden keine weiteren Regenfälle erwartet.
Seit Mitternacht steht die Grazer Feuerwehr im Dauereinsatz, mehr als 150 Mann sind im Einsatz um gegen die enormen Wassermassen anzukämpfen. Vor allem der Grazer Norden ist betroffen. Der Schöckelbach stieg innerhalb weniger Minuten um 60cm an.

Die Flutwelle durchbrach die bereits von der Feuerwehr Graz im Vorfeld positionierten Sandsackwälle, daher wurden die bereits mehrmals betroffenen Gebiete Gottlieb-Remschmidt-Gasse, Geißlergasse, Haberlandtweg und Zelinkagasse heute Nacht neuerlich überflutet.
Mit Lkw im Pendelverkehr wurden hunderte Sandsäcke nach Andritz geschafft um die Kräfte sowie die Bevölkerung damit zu versorgen und gegen die Wassermassen anzukämpfen. „Betroffen sind mehr als 60 Alarmadressen, die seit den Nachtstunden von den eingesetzten Kräften abgearbeitet werden.“, bilanziert Einsatzleiter BOK Ing. Ingo Mayer nach den ersten Stunden.

„Zurzeit stehen noch 40 Alarmadressen auf der Warteliste, die Pumparbeiten und notwendigen Einsatznachbereitungen werden uns noch sicherlich bis morgen Sonntag beschäftigen!“, fasst Einsatzleiter OBR Ing. Heimo Krajnc die Tätigkeit seiner Mannschaft für den heutigen Tag zusammen.

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl machte sich selbst um 4 Uhr früh gemeinsam mit dem Bezirksfeuerwehrkommandanten Branddirektor Dr. Otto Meisenberger, dem Einsatzdirektor DHI Karl Graßberger sowie dem Einsatzleiter Ing. Ingo Mayer ein Bild der Lage. Bei den Peneffgründen musste eine mobile Hochwassersperre errichtet werden. Die übrigen Teile der Stadt kamen glimpflich davon. Zur Stunde kontrolliert die Grazer Berufsfeuerwehr sämtliche neuralgischen Punkte anderer gefährdeten Bäche, um bei Bedarf einzugreifen und etwaige Verklausungen zu verhindern.
10.00 Uhr -> Katastrophenalarm ausgelöst: Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl hat aufgrund der Situation im Norden von Graz Katastrophenalarm ausgerufen, um unbürokratische Erstmaßnahmen treffen zu können. Die Abteilung Feuerwehr & Katastrophenschutz hat im Auftrag des Bürgermeisters Ersatzquartiere organisiert, die ab sofort zur Verfügung stehen. Besonders betroffene Familien, welche durch den Wassereinbruch nicht mehr ihre Wohnungen benützen können, erhalten weitere Informationen beim Katastrophenschutzreferenten der Stadt Graz.
Update 2 per 15.37 Uhr:
38 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, 50 Kameraden der Berufsfeuerwehr sind noch immer voll im Einsatz und arbeiten mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Fahrzeugen und Geräte an der Bewältigung des Hochwassers. Tiefgaragen, Kellerabteile und Wohnungen gilt es mit speziellen Pumpen und Saugern wasserfrei zu machen. Zwischenzeitlich hat Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl in Rücksprache mit dem Einsatzdirektor der Grazer Berufsfeuerwehr OBR Johann Kirnich den Katastrophenalarm für das betroffene Gebiet Andritz aufgehoben. Grund: Die Gewitterzellen sind über die steirische Landeshauptstadt hinweg gezogen, Wetteranalysen prognostizieren keine weiteren großen Niederschlagsmengen im Raum Graz.
OBR Kirnich: „Mit den Kräften der Berufsfeuerwehr und jenen der Freiwilligen Feuerwehr haben wir die Situation nun voll im Griff. Für alle Fälle wurden die Sandsackdepots wiederum aufgefüllt, der Sandsackwall bei Peneffgründen in Andritz gestärkt.“ „Um 14:30 verzeichnet die Brandmeldezentrale der Grazer Berufsfeuerwehr (BMZ) noch 15 offene Alarmadressen, welche im Normallfall bis am Abend sicherlich abgeschlossen werden können!“, gibt sich OBR Kirnich optimistisch.
Update 3 per 21.07 Uhr:
20:30 Uhr Vorläufige Bilanz des Unwettereinsatzes der Grazer Feuerwehren
Seite an Seite kämpften seit heute Mitternacht die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr und die Betriebsfeuerwehr Andritz gegen die enormen Wassermassen in der steirischen Landeshauptstadt. Sämtliche Alarmadressen sind abgearbeitet, der Einsatz neigt sich dem Ende zu. Gegen 22 Uhr werden noch von der Berufsfeuerwehr Graz zur Sicherheit sämtliche Pegelstände der Grazer Bäche kontrolliert, danach dürfte der Einsatz für heute beendet sein. „Zur Sicherheit werden sämtliche Spezialfahrzeuge für Pumpeinsätze auch die Nacht über weiterhin in Alarmbereitschaft sein.“, so Einsatzleiter OBR Ing. Heimo Krajnz. Krajnz weiter: „In den letzten Stunden haben meine Kameraden unvorstellbare Arbeit geleistet, gemeinsam haben wir es geschafft in weniger als 20 Stunden 76 Alarmadressen in Andritz abzuarbeiten- zahlreiche Keller, Wohnungen, Häuser und Tiefgaragen von Wasser, Schmutz und Schlamm wurden befreit. Verklausungen konnten rechtzeitig gelöst werden, weitere notwendige Sicherungsarbeiten wurden von den Florianis durchgeführt.“
Einsätze:
76 Alarmadressen im betroffenen Grazer Bezirk Andritz
Eingesetzte Kräfte:
Berufsfeuerwehr Graz: 81 Mann
Freiwillige Feuerwehr Graz: 42 Frauen und Männer
Betriebsfeuerwehr Andritz: 18 Mann
