Stmk: Massive Überflutungen -> Katastrophenalarm in Graz ausgelöst!
Graz (Stmk): Um 13.45 Uhr des 18. Juli 2009 wurde für das Stadtgebiet von Graz die Katastrophe gemäß § 4 des Steiermärkischen Katastrophenschutzgesetzes ausgerufen. Derzeit sind alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, wobei insbesondere die Bezirke Andritz und St. Peter vom Hochwasser massiv betroffen sind.
Die verheerenden Regenfälle, die seit den späten Vormittagsstunden Graz heimsuchen, haben in Teilen des Stadtgebietes zu massiven Überschwemmungen geführt. Betroffen sind vor allem das Peterstal und der Schöckelbach, am Gabriachbach ist die Situation ebenfalls äußerst gespannt. Zahlreiche Straßen und Keller sind überflutet, aus St. Peter wurde bereits eine erste Hangrutschung gemeldet. Aus diesem Grund wurde um 13.45 Uhr der Katastrophenzustand ausgerufen.

Die Berufsfeuerwehr der Stadt Graz, hier wurden bereits dienstfreie Mannschaften in den Dienst geholt, ist derzeit mit rund 90 Mann im Einsatz. Weiters befinden sich an die 20 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, ca. 30 Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe sowie Teile des Kanalbauamtes im Kampf gegen die Wassermassen. Weitere Kräfte werden aufgefordert, unverzüglich den Dienst anzutreten.
Nach derzeit 146 Alarmen (zum Glück gibt es derzeit keine Meldungen über zu Schaden gekommene Personen) appelliert der Einsatzdirektor, Oberbrandrat Ing. Heimo Krajnz, an die Bevölkerung, die Situation genauestens zu beobachten, Selbstschutzmaßnahmen zu ergreifen und keinesfalls Kinder in die Nähe von überfluteten Bereichen zu lassen. Auf http://www.graz.at und auf der Homepage der Abteilung Katastrophenschutz und Feuerwehr ( http://www.sicherheit.graz.at) finden sich ständig aktualisierte Lagemeldungen.
Erstbericht der Freiw. Feuerwehr Graz:
Um 13:45 wurde Katastrophenalarm in der steirischen Landeshauptstadt ausgerufen! Sämtliche Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr, der Wirtschaftsbetrieben sind im Dauereinsatz. Nach den massiven Unwettern traten im gesamten Stadtgebiet Bäche über die Ufer, Straßenzüge wurden überschwemmt – in Kellern, Tiefgaragen sammelte sich massive Wassermassen. Die Grazer Feuerwehren sind im gesamten Stadtgebiet im Dauereinsatz!
Die Freiwillige Feuerwehr ist 32 Mann und vier Fahrzeugen im Einsatz. Alle Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr wurden alarmiert, um die entsprechende Mannschaft auch in den Nachtstunden zu gewährleisten.
Update – BF Graz:
Um 15.12 Uhr hat der Einsatzdirektor der städtischen Berufsfeuerwehr, Oberbrandrat Ing. Heimo Krajnz, einen aktuellen Bericht zur Hochwasser-Lage in Graz gegeben. In der Einsatzzentrale der Abteilung Katastrophenschutz und Feuerwehr am Lendplatz sind inzwischen Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg in Vertretung des Bürgermeisters, Magistratsdirektor Mag. Martin Haidvogl und Wirtschaftsbetriebe-Chef DI Dr. Gerhard Egger vor Ort.
Folgende Infos gab Oberbrandrat Krajnz:
Seit ca. 10 Uhr gingen über Graz massive Regenfälle nieder, die Erde konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. 176 Alarme wurden seither aufgenommen, rund 100 konnten bereits abgearbeitet werden. In St. Peter ist nicht nur der Petersbach über die Ufer getreten, aufgrund der Regenfälle besteht auf einem Grundstück am Moserwaldweg die Gefahr einer Hangrutschung . Ein Geologe und die Feuerwehr sind vor Ort, um über die notwendigen Maßnahmen – evtl. eine Evakuierung – zu entscheiden.
Der über die Ufer getretene Schöckelbach brachte – nach einer Welle im Einzugsgebiet Weinitzen und Niederschöckel – den Sandsackamm bei den Peneff-Gründen zum Einsturz. Die Peneff-Gründe wurden überschwemmt, derzeit sichert die Feuerwehr gerade eine Tiefgarage und arbeitet an der Wiederherstellung des Dammes.
Am Gabriachbach sind die beiden Retentionsbecken bis zum Rand gefüllt und drohen überzugehen. Der Thalersee ist stark angeschwollen; Wasser wurde automatisch in den Mühlgang abgelassen. In der Feuerwache Süd liegt der Schwerpunkt der Arbeiten derzeit auf dem Sandsack-Management.
Oberbrandrat Krajnz rechnet damit, dass bis in die späten Abendstunden alle überfluteten Keller ausgepumpt sind und Entwarnung gegeben werden kann. „Wir haben mit unseren Einsatzkräften – 100 Mann der Feuerwehr, 30 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Mitarbeiter des Kanalbauamtes und der Wirtschaftsbetriebe – die Situation im Griff.“
Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg hat einige der neuralgischen Punkte besichtigt und gab einen kurzen Überblick: „Die Gefahr einer Hangrutschung in St. Peter ist nicht zu unterschätzen, einige hohe Bäume sind schon umgestürzt. Der Schöckelbach drückte massiv Wasser gegen die Peneff-Siedlung; die Feuerwehr baut gerade einen vierreihigen Damm auf. Danke für den vorbildlichen Einsatz!“
Ing. Alfred Pölzl, stv. Abteilungsleiter der Katastrophenschutz und Feuerwehr, berichtete, dass gestern, Freitag, in St. Peter eine Aktion gestartet wurde: Die Feuerwehr hat 800 Sandsäcke zur Verfügung gestellt, die gefüllt – und heute schon benötigt wurden. „Ein Beweis, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Bezirken fruchtet!“
Update – Freiw. Feuerwehr Graz:
Nach Auslösung des Katastrophenalarms in der steirischen
Landeshauptstadt versammelten sich im der Katastrophenleitstelle sämtliche Entscheidungsträger der Stadt Graz. Oberbrandrat Ing. Heimo Krajnz informierte über die derzeitige Situation. Ing. Alfred Pölzl, Stv. Abteilungsleiter der Berufsfeuerwehr, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Helmut Nestler, Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg in Vertretung des Bürgermeisters, Magistratsdirektor Mag. Martin Haidvogl und Wirtschaftsbetriebe-Chef DI Dr. Gerhard Egger machten sich einen Überblick.
Lage: Seit heute Samstag, 10 Uhr gingen über Graz massive Regenfälle nieder, die Erde konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. 176 Alarme wurden seither aufgenommen, rund 100 konnten bereits abgearbeitet werden. In St. Peter ist nicht nur der Petersbach über die Ufer getreten, aufgrund der Regenfälle besteht auf einem Grundstück am Moserwaldweg die Gefahr einer Hangrutschung. Ein Geologe und die Feuerwehr sind vor Ort, um über die notwendigen Maßnahmen — evtl. eine Evakuierung — zu entscheiden. Der über die Ufer getretene Schöckelbach brachte — nach einer Welle im Einzugsgebiet Weinitzen und Niederschöckel — den Sandsackamm bei den Peneff-Gründen zum Einsturz. Die Peneff-Gründe wurden überschwemmt, derzeit sichert die Feuerwehr gerade eine Tiefgarage und arbeitet an der Wiederherstellung des Dammes. Am Gabriachbach sind die beiden Retentionsbecken bis zum Rand gefüllt und drohen überzugehen. Der Thalersee ist stark angeschwollen; Wasser wurde automatisch in den Mühlgang abgelassen. In der Feuerwache Süd liegt der Schwerpunkt der Arbeiten derzeit auf dem Sandsack-Management.
Die Feuerwehr Graz rechnet damit, dass bis in die späten Abendstunden alle überfluteten Keller ausgepumpt sind und Entwarnung gegeben werden kann. Die Einsatzkräften haben die Situation im Griff: 100 Mann der Feuerwehr, 45 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Mitarbeiter des Kanalbauamtes und der Wirtschaftsbetriebe sind seit Stunden im Dauereinsatz.
Update 20.16 Uhr
Hochwasser-Katastrophe, 1. Zwischenbilanz
235 Alarme, davon sind 50 noch offen; die Stadt Graz bleibt bis auf weiteres Katastrophengebiet: Das ist die erste Zwischenbilanz des heutigen Hochwassertages, der der Grazer Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr alles abverlangt hat. Rund 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe, des Kanalbauamtes und der Abteilung für Grünraum und Gewässer sind seit den Vormittagstunden im Einsatz, um die Folgen der heftigen Regenfälle in den Griff zu bekommen.

Die Stadt Graz bleibt zumindest heute Nacht noch Katastrophengebiet, so Einsatzleiter Oberbrandrat Ing. Heimo Krajnz: „Wir wissen ja nicht, was heute Nacht noch alles passieren kann!“ Deshalb werden die 100 Mann der Berufsfeuerwehr die ganze Nacht im Einsatz sein, um sämtliche noch offene Alarme zu erledigen. Positiv: Weder durch das Hochwasser noch durch die Einsatztätigkeit gab es nach derzeitigem Wissensstand Verletzte.

Am Nachmittag musste wegen des Hochwassers auch die Muruferpromenade gesperrt werden.
Update 08.24 Uhr
Bericht der FF Graz
235 Alarme sind bereits abgearbeitet, 50 sind noch vorgemerkt und werden in den nächsten Stunden von der Feuerwehr Graz abgearbeitet. Die steirische Landeshauptstadt Graz bleibt bis auf weiteres Katastrophengebiet, davon überzeugte sich auch Feuerwehrstadträtin Mag. (FH) Sonja Grabner, welche gemeinsam mit dem Grazer Vize-Feuerwehrchef Alfred Pölzl die heutigen Einsatzschwerpunkte von Andritz bis nach St. Peter besuchte und sich selbst ein Bild der dramatischen Situation machte.
Die Nacht ist angebrochen, es geht hellwach weiter. 60 Mann der Grazer Berufsfeuerwehr und 30 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Graz sind weiterhin die ganze Nacht auf den Beinen um die noch offenen Einsätze abzuarbeiten. Besonderer Dank gilt den Kameradinnen und Kameraden des Roten Kreuzes, welche uns mit der Feldküche aus Kapfenberg am Abend mit einer Gulaschsuppe und Süßigkeiten überrascht haben.
Bericht BF Graz
Da sich die Hochwassersituation in der vergangenen Nacht weitgehend normalisiert hat und die Wetterprognose gut ist, kann der für Graz ausgerufene Katastrophenzustand am 19. Juli 2009 mit 08.00 Uhr wieder aufgehoben werden. Lediglich die Muruferpromenade bleibt noch bis auf weiteres gesperrt.
