Oö: Wahlen im Landes-Feuerwehrkommando beenden Feuerwehr-Wahljahr
Oberösterreich: Morgen Freitag, den 29. Mai 2009, wird im Landesfeuerwehrkommando neu gewählt. Der Neu- beziehungsweise Wiederwahl für die fünfjährige Funktionsperiode stellen sich der Landes-Feuerwehrkommandant sowie sein Stellvertreter. Die Abstimmung wird geleitet von Wahlleiter Feuerwehr-Landesrat Dr. Josef Stockinger.
Für die Wiederwahl zum neuen Landesfeuerwehrkommandant tritt der seit 1991 in dieser Funktion tätige Landesbranddirektor (LBD) Johann Huber (61) an und stellt sich letztmalig für diese Spitzenposition im oberösterreichischen Feuerwehrwesen zur Verfügung.
Der bisherige Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter LBD-STV Friedrich Hauer (57) kandidiert nicht mehr. Für seine Nachfolge treten der Bezirksfeuerwehrkommandant des größten Bezirkes Vöcklabruck Oberbrandrat (OBR) Robert Mayer (38) und der Abschnittsfeuerwehrkommandant von Ottensheim Brandrat (BR) Dr. Wolfgang Kronsteiner (53) an.
Die Wahl erfolgt am Freitag durch die insgesamt 68 Wahlberechtigten, bestehend aus den Bezirksfeuerkommandanten und den Abschnittsfeuerwehrkommandanten. Die Funktionsperiode dauert fünf Jahre, wobei Feuerwehr-Funktionen im Aktivstand mit dem 65. Lebensjahr gesetzlich enden.
Mit der Wahl auf Landesebene enden die Wahlen in den Freiwilligen Feuerwehren. In den vergangenen Monaten wurden die Kommandomitglieder auf Ortsebene neu-, beziehungsweise wiedergewählt. „Mit 281 neuen Kommandanten in den 887 Freiwilligen Feuerwehren ist ein Drittel neu in Funktionen, unter ihnen die erste Frau in der Führung einer Feuerwehr mit der Kommandantin Hauptbrandinspektor (HBI) Monika Leidinger (48) in Taufkirchen an der Trattnach“, gibt Feuerwehr-Landesrat Stockinger bekannt.
ORF-Bericht:
Am Freitag, 29. Mai 2009, wird in Oberösterreich der Landesfeuerwehrverband neu gewählt. Kommandant Johann Huber tritt erneut für die nächsten fünf Jahre an.
Darstellung als Routineveranstaltung: Offiziell wird der heutige Wahltag als Routineveranstaltung dargestellt, da es keinen Wechsel an der obersten Spitze geben soll. Dazu gibt es auch noch zwei Kandidaten, die sich um die Position des Stellvertreters bewerben. Hinter den Kulissen ergeben sich aber doch spannende Aspekte bei der Wahl im Landesfeuerwehrverband.
Verjüngungskur für Feuerwehr: Politisch soll es das Bemühen gegeben haben, die Spitze der oberösterreichischen Feuerwehren zu verjüngen. Landesfeuerwehrkommandant Johann Huber hat seinen 60-er bereits hinter sich und muss mit 65 ausscheiden. Warum – so der Gedanke von Strategen – sollte der Wechsel also nicht schon jetzt erfolgen. Die Vertreter der 91.000 Feuerwehrmänner wollten diesem Gedanken aber partout nicht folgen, dafür wurde mit Robert Mayer aus dem Bezirk Vöcklabruck ein erst 39-jähriger Kamerad als Stellvertreter Hubers nominiert.
Die Feuerwehren im Mühlviertel wollten an der Spitze des Landeskommandos aber nicht leer ausgehen. Sie entschlossen sich, ebenfalls einen Kandidaten als Stellvertreter zu nominieren und haben sich dabei auf den 54-jährigen Juristen Wolfgang Kronsteiner aus Puchenau eingeschworen.
Politische Konstellation: Interessant ist dabei die politische Konstellation. Während Robert Mayer eindeutig der ÖVP zugeordnet wird, kommt Kronsteiner aus einer tiefroten Familie. Sein Vater war lange Jahre Bürgermeister von Leonding. Die politische Einstellung zähle bei der Feuerwehr gar nichts, argumentieren die Mühlviertler Florianijünger wie aus einem Mund.
Erfahrung, Einsatzbereitschaft und Auftreten: In dieser Organisation gehe es nur um Erfahrung, Einsatzbereitschaft und Auftreten. Diese Eigenschaften treffen auf ihren Kandidaten absolut zu, was aber auch die Befürworter des Vöcklabrucker Kandidaten Mayer geltend machen. Wer von beiden das Rennen macht, ist völlig offen.
Bericht der Wahlen (hier auf Fireworld.at)
