Oö: Großübung – Autobus stürzt in Kremsfluss
Kremsmünster (Oö): Am 14. März 2009 fand in Kremsmünster eine Großübung der Feuerwehren des Alarmplanes „neu“, Bereich Kremsmünster statt.
Dabei standen 7 Feuerwehren (Kremsmünster, Irndorf, Krühub, Wartberg, Rohr, Achleiten und Micheldorf) mit 14 Fahrzeugen und insgesamt 76 Mann im Einsatz. Weiters nahmen an der Übung das Rote Kreuz mit ca. 60 Personen und 11 Fahrzeugen (Kremsmünster, Neuhofen, Bad Hall, Kirchdorf, Wels) und die Polizei Kremsmünster mit 2 Streifen und 4 Mann teil.

Übungsannahme:
Um 13.55 Uhr ereignete sich ein folgenschwerer Unfall auf der Bahnhofstraße „Höhe Kremsbrücke“. Ein mit 2 Personen besetzter Pkw kollidierte mit einem, mit 38 Personen besetzten, Reisebus. Durch die Wucht des Anpralles kam der Bus ins Schleudern und stürzte in den Kremsfluss. Dabei wurden der Fahrer und 6 Reisende im Bus eingeklemmt. Der Pkw-Lenker und seine Beifahrerin wurden ebenfalls eingeklemmt.

Übungsablauf:
Die Erstalarmierte Feuerwehr Kremsmünster löste nach kurzer Lageerkundung durch den Einsatzleiter HBI Gerhard Bruckner die Alarmstufe V des Alarmplanes „neu“ aus. Weiters wurde die Feuerwehr Krühub mit LF-A und die Feuerwehr Micheldorf mit KRAN, LAST und schwerem Rüstfahrzeug alarmiert. Während der Lageerkundung traf das Rote Kreuz Kremsmünster am Einsatzort ein und löste den KHD-Plan des Roten Kreuzes für ein solches Großereignis aus.

Um den Einsatz besser koordinieren zu können wurden verschiedene Abschnitte gebildet.
Abschnitt 1: Sicherung des Autobusses, Sicherung der Verletzten und der Einsatzkräfte
Abschnitt 2: Bergung der Verletzten aus dem Autobus
Abschnitt 3: Bergung der Verletzten aus dem Pkw
Abschnitt 4: Bereitstellungsraum (Treffpunkt der Feuerwehren)
Das Rüstfahrzeug der FF-Kremsmünster übernahm in der Erstphase die Bergung der 2 „Eingeklemmten „ aus dem Pkw. Weiters wurde der Bus durch das LFB-A2 Kremsmünster gesichert. Der Brandschutz konnte über das Tanklöschfahrzeug Kremsmünster gewährleistet werden. Den Bereitstellungsraum (Abschnitt 4), bei dem sämtliche Geräte und Fahrzeuge abgestellt wurden, koordinierte die Feuerwehr Irndorf.

Um das ausfließende Öl aufzufangen wurde unterhalb der Kremsbrücke eine Ölsperre aufgebaut. Die Polizei Kremsmünster übernahm die Befragung der Verletzten und der Reiseleiterin. Dabei erfuhren die Beamten, dass 4 Personen vermisst werden. Die Feuerwehren schickten sofort Kräfte los um das Flussbett abzusuchen. Nach kurzer Zeit wurden die Kameraden fündig, konnten die Personen aus dem Kremsfluss bergen und dem RK zur Betreuung übergeben.

Während der Arbeiten der Feuerwehr verschaffte sich der leitende Notarzt einen Überblick und teilte die Opfer nach dem Grand ihrer Verletzung ein. Dadurch konnte eine reibungslose Bergung durch die Feuerwehren gewährleistet werden. Um die hohe Opferanzahl versorgen zu können, wurde eine sogenannte „Triage“ vom RK aufgebaut. (Bei einer Triage werden verletzte Personen systematisch nach dem Grad Ihrer Verletzung eingeteilt, erstversorgt und für den Abtransport vorbereitet).
Die größte Schwierigkeit bestand darin, den Fahrer des Autobusses zu bergen. Beim Sturz über die Brücke bohrte sich ein Teil des Brückengeländers durch den Bus und „pfählte“ den Mann. Mit vereinten Kräften konnte er schließlich schonend geborgen werden.

Nach 2 Stunden waren alle Verletzten befreit und vom Roten Kreuz erstversorgt!
Die Bergung des Autobusses übernahm das Kranfahrzeug der FF-Micheldorf mit Unterstützung durch die eingeteilten Einsatzkräfte.
Eingesetzte Feuerwehren:
FF-Kremsmünster: KDO-FA, KRF-SA, TLF-A2000, LFB-A2, LAST, DLK 23-12
FF-Irndorf: RLF-A2000
FF-Krühub: LF-A
FF-Wartberg: LFB-A2
FF-Rohr: LFB-A2
FF-Achleiten: LFB-A1
FF-Micheldorf: SRF-A, KRAN, LAST
Mannschaft:
76 Mann der Feuerwehren

Eingesetzte Rettungskräfte (KHD):
RK-Kremsmünster
RK-Neuhofen
RK-Bad Hall
NRW-Kirchdorf
NEF-Wels
Mannschaft:
ca. 60 Kräfte
Polizei Kremsmünster:
2 Streifen mit 4 Mann
Opfer:
40 Personen
Wir möchten uns auf diesem Weg bei allen teilnehmenden Einsatzkräften und Opfern bedanken!
