Bgld: Therme defekt: Familie entging knapp dem Tod
Neusiedl am See (Bgld): Dramatische Szenen spielten sich Samstagfrüh, dem 14. Februar 2009, in Neusiedl am See ab: Ein Familienvater fand seine Frau und seine drei Kinder bewusstlos. Sie hatten eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Es war eine Rettung in letzter Minute.
Es war ein böses Erwachen in einem Wohnhaus in Neusiedl am See. Am Samstag in den Morgenstunden entdeckte der 45-jährige Familienvater seine gleichaltrige Frau und seine drei Kinder, Drillinge im Alter von acht Jahren, regungslos. Alle vier waren bewusstlos. Sie hatten eine schwere Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Eine Heiztherme im Keller des Reihenhauses war undicht.
Die Polizei traf vor der Rettung im Wohnhaus ein, schilderte Polizistin Ingrid Schwöglhofer die Ereignisse. Der Familienvater habe geöffnet, sei „wacklig auf den Beinen gewesen“. „Die Frau lag im Bett und hat gekrampft. Ein Kind war auf der Toilette kollabiert, die anderen beiden Kinder lagen in ihren Betten, ebenfalls bewegungsunfähig“. „Ein Kollege hat sich um den Vater gekümmert. Ich bin zu den drei Mädchen und zur Mutter hinauf. Ein Kind war ansprechbar“, so Schwöglhofer. „Im Haus hatte es einen chlorartigen Geruch.
Ein Rettungshubschrauber wurde angefordert, die Feuerwehr verständigt. Die Feuerwehr stellte eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration in der Atemluft fest. Abdeckung lag auf dem Boden
Die Familie sei erst am Freitag aus dem Urlaub zurückgekehrt. „Die Eltern haben die Therme eingeschaltet und sind gegen Mitternacht schlafen gegangen. Wir wissen bislang, dass die Abdeckung der Therme auf dem Boden lag“, so die Polizistin. Möglicherweise könnte sich die Abdeckung aufgrund des Sturms der vergangenen Tage gelöst haben. Dadurch strömten die Heizungsabgase teilweise ins Hausinnere. Details soll am Montag ein technischer Sachverständiger klären. Es sei eine Rettung in letzter Minute gewesen, sagte Christian Hess, der Hausarzt, der die Familie ebenso wie Rettungssanitäter erstversorgt hatte. Nur wenige Minuten später wäre auch der Familienvater bewusstlos gewesen.
Nach der Erstversorgung an Ort und Stelle durch Rotes Kreuz und Sprengelarzt konnten zwei Kinder und die Eltern mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Eisenstadt gebracht werden. Eines der Mädchen, das stärkere Vergiftungssymptome zeigte, wurde mit dem Rettungshubschrauber ebenfalls ins Krankenhaus Eisenstadt geflogen. Der Gesundheitszustand der Familie ist laut Ärzten stabil. Aus organisatorischen Gründen wurde die Familie ins SMZ Ost nach Wien verlegt.
