Haiti: Mindestens 50 Tote bei Schuleinsturz
Haiti: Beim Einsturz einer Schule auf Haiti sind am 7. November 2008 mindestens 50 Personen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Kinder. Nach Angaben von Rettungshelfern wurden zudem 124 Menschen verletzt, darunter 20 lebensgefährlich.
Mindestens 50 Kinder und Lehrer sind beim Einsturz einer Schule in Haiti gestorben. Es wird befürchtet, dass noch mehr Menschen dort ihr Leben verloren haben. Wie der Zivilschutz mitteilte, wurden mindestens 120 Personen verletzt. Viele der 700 Kinder, Jugendlichen und Lehrer, die sich zum Unglückszeitpunkt auf dem Gelände der Schule befunden haben sollen, seien vermutlich noch unter den Trümmern verschüttet. In der Schule wurden Kinder vom Kindergartenalter bis zum Abitur betreut und unterrichtet.
Verzweifelte Suche: Die Rettungskräfte setzten ihre Arbeiten auch nach Einbruch der Dunkelheit fort und wurden dabei von Uno-Blauhelmen unterstützt, die seit 2004 auf Haiti stationiert sind. Dem verarmten Inselstaat fehlt es allerdings an einer modernen Ausrüstung, um einen solchen Notfall zu bewältigen. Eltern suchten verzweifelt und mit bloßen Händen in den Trümmern nach ihren Kindern. Die Straßen in der Umgebung waren binnen kurzem von Angehörigen gefüllt, so dass Einsatzkräfte per Helikopter an den Unglücksort gebracht werden mussten.
«Mein 15-jähriger Sohn ist tot. Er war mein einziger Sohn», schluchzte die 40-jährige Josiane Dandin. «Ich weiß nicht, was jetzt werden soll.» Eine andere Frau war auf der Suche nach ihrer zwölfjährigen Tochter. «Ich weiß nicht, ob sie tot ist oder überlebt hat», sagte sie.
Hilfe erwartet: In der Nacht zum Samstag, 8. November 2008, sollten Feuerwehrleute aus dem französischen Überseegebiet Guadeloupe eintreffen, um bei der Rettung von Überlebenden zu helfen. Der haitianische Präsident René Préval und die Regierungschefin Michèle Pierre-Louis eilten an die Unglücksstelle. Rene Préval machte die schlechte Bausubstanz für das Unglück verantwortlich. Oberste Priorität sei jedoch zunächst, Überlebende zu finden, sagte er.
Spekulationen über die Ursachen: Das an einem Hang im Elendsviertel Petion-Ville errichtete dreistöckige Gebäude des «Promesse Collège Évangélique» war am Freitagmorgen während des Unterrichts plötzlich in sich zusammengebrochen. Über die Ursache des Einsturzes gab es zunächst nur Spekulationen. In der Regenzeit soll unter dem Haus, das angeblich ohne Genehmigung an dem Hang errichtet worden war, der Boden weggespült worden sein. Dadurch sei das Schulgebäude zusammengebrochen, hieß es.
