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Oö: Taucherverbot bei der Schwarzen Brücke (Attersee)? -> Interview

Weyregg (Oö): Nach dem dritten Todesopfer im Jahr 2008 wird über ein Tauchverbot am Attersee debattiert. Konrad Kurt Hitzfelder, Chef der Feuerwehr-Taucher am See, sagt Nein.

OÖN: Weshalb kommt es zu tödlichen Tauchunfällen?

Hitzfelder: Weil Notfall-Situationen zu wenig geübt werden. Gefahr wird verdrängt. Als Taucher muss man viel mehr als in anderen Sportarten auf seinen Körper horchen. Es ist nicht jeder Tag gleich.

OÖN: Wie kann man Unfälle verhindern?

Hitzfelder: Tauchen soll Genuss und nicht mit Angst verbunden sein. Wer als Selbstbestätigung an Grenzen geht, begibt sich in höchste Gefahr. Stärke ist, aus Sicherheitsgründen 100 Meter unter einem Berggipfel umzudrehen. Beim Tauchen ist es besser, die letzten Meter nicht mehr zu riskieren.

OÖN: Im April starben zwei Tschechen im Attersee, nun ein Deutscher. Macht ein Tauchverbot Sinn?

Hitzfelder: Nein, es ist eine öffentliche Fläche, wie will man sie absperren. Da müsste man auch Skipisten sperren – dort verunglücken auch Sportler. Eigenverantwortung ist gefragt.

OÖN: Weshalb ist Tauchen am Attersee so interessant?

Hitzfelder: Salzkammergut-Seen sind durch das klare Wasser und die zentrale Lage beliebt. In anderen Ländern gibt es massive Tauchbeschränkungen. Viele Punkte, wie die Schwarze Brücke (aktueller Unfallort, Anm.) sind in allen Führern beschrieben. Steil abfallende Wände gibts auch im Traunsee. Sie sind aber nur mit Boot erreichbar – da können erfahrene Begleiter auf der Fahrt auf Taucher warnend einwirken.

OÖN: Verunglücken mehr Taucher als früher?

Hitzfelder: Nein, der Sport boomt, die Grundausrüstung kostet 2000 Euro. Unfallzahlen steigen nicht im gleichen Verhältnis wie die Tauchgänge.

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