Deutschland: Feuerwehr übte, bis der Notarzt kam – 12 Verletzte
Augustusburg (Deutschland): Für den Nachwuchs der Feuerwehr Augustusburg sollte es ein Höhepunkt des Jahres werden. Was als „Erlebniswochenende“ auf dem Plan stand, endete für zwölf Kameraden im Krankenhaus.
Die alte Augustusburger Grundschule in der Schlossstraße steht seit Jahren leer. Von dort kam am frühen Abend die Meldung: Es brennt! Dabei war in der alten Schule gar keine Gefahr im Verzug – jedenfalls noch nicht.
„Wir haben ein Erlebniswochenende für die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Augustusburg durchgeführt, bei der auch einige Ausbildungspunkte auf der Tagesordnung standen“, erklärt Wehrleiter Jürgen Barth. Der Brand in der alten Grundschule war einer davon. Um die Inszenierung möglichst echt wirken zu lassen, griffen die Verantwortlichen tief in die Trickkiste.
Polizeisprecherin Heidi Hennig (52): „Nach bisherigen Ermittlungen wurden dazu neben den üblichen Nebelmaschinen, wie sie auch in Diskotheken verwendet werden, Rauchgaskörper benutzt, die für solche Übungen in geschlossenen Räumen nicht vorgesehen sind.“ Bei dieser Kulisse blieb den Feuerwehrmännern buchstäblich die Luft weg. Mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung mussten zwei Kinder (11, 12), drei Jugendliche (15 bis 17) und sieben Erwachsene (18 bis 32) ins Krankenhaus gebracht werden. Die Übung wurde abgebrochen.
Von Einsicht war bei Wehrleiter Barth gestern nichts zu spüren: „Niemand weiß, wie der Einzelne auf den Nebel reagiert“, erwiderte er auf Anfrage. Die Beamten scheinen das anders zu sehen. Heidi Hennig: „Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.“
