Sbg: Abgang einer Riesenmure (100 x 10 Meter) im Pinzgau
Lend (Salzburg): Auf die Dientner Landesstraße zwischen Lend und Dienten (Pinzgau) ist knapp vor 12.00 Uhr des 10. April 2008 eine riesige Mure abgegangen. Die Straße ist verschüttet. Noch ist nicht klar, ob auch Personen oder Fahrzeuge verschüttet sind.
Rettungsmaßnahmen noch nicht möglich: Man wisse nach wie vor nicht, ob von den Geröllmassen Personen oder Fahrzeuge mitgerissen wurden, berichtete der Katastrophenreferent Kurt Reiter von der BH Zell am See. „Die Mure setzt sich zusammen aus Geröll, großen Felsblöcken und aus Baumstämmen, die nach wie vor auf die Straße fallen. Wir können derzeit nicht ausschließen, ob ein Fahrzeug unter diesem Geröll liegt. Wir können aber derzeit auch keine Rettungsmaßnahmen einleiten, weil immer noch große Steine herunterfallen“, sagte Reiter.
Straße übers Wochenende gesperrt: Etwa 5.000 Kubikmeter Fels, Geröll und Baumstämme verschütten auf einer Breite von rund 50 Metern die Straße bis zu acht Meter hoch. Hinweise, dass Menschen oder Fahrzeuge verschüttet wurden, gibt es bisher nicht. Frost und Tauwetter dürften den steilen Hang etwa 100 Meter oberhalb der Landesstraße gelockert haben. Erst am 4. April hatte wenige Kilometer talauswärts ein Felssturz die Dientner Landesstrasse blockiert. Die Straße bleibt bis Montag gesperrt, erst dann kann mit den Aufräum-Arbeiten begonnen werden.
Mure ist 100 Meter lang und zehn Meter hoch:Die Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und der Straßenverwaltung befinden sich an Ort und Stelle. Der Salzburger Landesgeologe ist inzwischen am Einsatzort. Die Mure dürfte gewaltige Ausmaße haben, so Reiter: „Die Mure ist etwa 100 Meter lang und zehn Meter hoch, gerade fällt wieder ein Felsbrocken herunter, der sicher drei bis vier Tonnen hat. Die Situation ist extrem gefährlich, wir müssen uns etwa 30 Meter fernhalten. Hier spielt es sich ab wie bei einem lokalen Erdbeben, der ganze Hang ist in Bewegung.“
